Stellen Sie sich einen regnerischen Sonntagmorgen vor. Der Magen knurrt, doch im Kühlschrank herrscht gähnende Leere. Seit vergangenem September gibt es im Raum Basel eine Lösung für genau dieses Problem. Die beiden Basler Jungunternehmerinnen Claudine Vögelin und Lisa Blessing liefern mit ihren Brunchboxen das Zmorge direkt an die Haustür. «Wir haben zusammen in einer WG gewohnt und gefunden, dass es toll wäre, wenn man sich statt Pizza auch mal einen Brunch nach Hause liefern lassen könnte», meint Blessing.

Im vergangenen September setzten sie dann genau diese Idee in die Tat um und gründeten ihr Unternehmen «Brunchbox». «Wir haben einfach losgelegt und uns gar nicht so viele Gedanken über die Selbstständigkeit gemacht», so Blessing. Finanzielle Starthilfe erhielten die beiden durch die Crowdfunding-Plattform «wemakeit».

So funktioniert’s

Der gewünschte Brunch kann auf Vorbestellung oder noch am Sonntagmorgen per Mausklick über die Website des Unternehmens bestellt werden. Die Kunden können dabei zwischen verschiedenen Boxen auswählen oder ihr individuelles Frühstück selber zusammenstellen. Danach werden die Zutaten verpackt und innerhalb einer Stunde im Raum Basel geliefert. Je nach Route schwingen sich die beiden Unternehmerinnen aufs Velo oder liefern mit dem Auto aus. «Das kann schon sehr stressig sein,» meint Vögelin. Aus diesem Grund sind die beiden auch mal froh, wenn ihnen Freunde bei den Fahrten unter die Arme greifen.

Das Geschäft mit dem Zmorgeservice läuft gut. Seit der Gründung ihres Start-ups hätten sich die Bestellungen verdoppelt. «Das ist gerade so viel, wie wir im Moment noch zu zweit stemmen können», meint Vögelin. Von Woche zu Woche seien sie jedoch unterschiedlich beschäftigt. Vor allem der dritte Sonntag im Monat sei nicht so gut gebucht. «Das hängt sicher mit dem Lohn zusammen», meint Blessing.

Regional und gegen Foodwaste

Die Zusammenarbeit mit regionalen Betrieben ist beiden Frauen sehr wichtig. «Unser Zmorge soll etwas Spezielles sein. Deshalb setzen wir voll auf regionale Produkte», so Blessing. Ebenso wollen die beiden gegen Foodwaste vorgehen. Sie haben deshalb günstigere Überraschungsboxen in ihr Sortiment aufgenommen, die mit den übrig gebliebenen Lebensmitteln bestückt werden. «Natürlich gibt es auch Sonntage, an denen wir ein paar Gipfeli zu viel haben. Dann freuen sich unsere Familien», meint Blessing. Wegschmeissen müssten sie nie etwas.

Neu bieten «Brunchbox» auch sogenannte Pausensäggli an. Diese Zwischenverpflegung liefern sie jeden Freitag direkt ins Büro. Mit den Brunchboxen sei es im Moment unmöglich, sich einen Lohn auszuzahlen. Beide Unternehmerinnen arbeiten deshalb noch nebenbei. In Zukunft wollen die beiden jedoch schon Geld mit ihrem Unternehmen verdienen. Trotzdem sind sie zuversichtlich: «Wenn möglich ist das Ziel, dass wir uns noch vergrössern», sagt Vögelin.

Obwohl Vögelin und Blessing vor allem aus Zeitgründen nicht so gerne selber ausliefern, haben sie schon viel auf ihren Touren erlebt. «Es ist schon witzig, wenn uns die Leute völlig verschlafen in ihren Pyjamas die Tür öffnen», meint Blessing schmunzelnd.