Seit letztem Sommer ist der Kasernenhauptbau eingerüstet. Bis August 2021 soll der markante Baukomplex umfassend saniert und so umgebaut werden, dass er als «Kultur- und Kreativzentrum für alle» eine Leuchtturmfunktion in der Basler Kulturlandschaft einnehmen kann.

Der Ausdruck «für alle» impliziert, dass kein geschlossenes Kulturreservat, sondern ein «sozialer öffentlicher Ort» entstehen soll. Entsprechend wird das gastronomische Angebot eine wichtige Rolle spielen – als Treffpunkt für die Nutzer und die Bevölkerung, gleichzeitig aber auch als kommerziell ausgerichtete Ankermieterschaft, die in Form einer indirekten Subventionierung dafür sorgen soll, dass die Mieten für die Kulturschaffenden tief gehalten werden können.

Das Präsidialdepartement macht sich nun frühzeitig auf die Suche nach «innovativen Gastronomen» für die drei geplanten Betriebe: ein Restaurant im südlichen Anbau, ein Café im Durchgangsbereich und eine Bar im südlichen Turm – alle drei Betriebe mit Aussensitzplätzen mit Rheinsicht.

Diese sollen, so heisst es in den heute veröffentlichten Ausschreibungsunterlagen, auf der einen Seite «die Attraktivität des Ortes» unterstreichen und gleichzeitig als «Begleitgastronomie bei unterschiedlichsten Anlässen» dienen.

Definierte Eckpunkte

Gesucht werden Umsetzungsideen «mit eigenständigem Auftritt», in der Ausschreibung werden gleichzeitig aber Eckpunkte für die drei Betriebe definiert:

  • Im Anbau auf der Seite des Klingentalwegleins soll das Restaurant entstehen, mit rund hundert Sitzplätzen und entsprechend Aussenplätzen auf einer Terrasse und auf dem Vorplatz am Rhein. Das Präsidialdepartement wünscht sich eine Positionierung «auf einem guten, aber nicht elitären Niveau» mit einem Angebot «im mittleren bis leicht gehobenen Preissegment».
  • Beim zentralen Inhouse-Durchstich zum Rhein ist ein Café mit Boulevardbereichen auf der Rhein- und Kasernenhofseite vorgesehen. Hier stellt sich das Präsidialdepartement eine «stimmige Mischung aus moderner Theken-Gastronomie, Bar-Lounge und grossem Wohnzimmer» vor. Mit einbezogen werden soll ein Teil der grossen «Plaza», wobei dort kein Konsumationszwang herrschen soll.
  • Auf dem südlichen Turm des Hauptbaus soll schliesslich eine Bar mit Dachterrasse entstehen – ein «Place to go», wie es in der Ausschreibung heisst, aber «kein Club».

Die anvisierten Sockel-Mindestjahresmieten – 165'000 Franken für das Restaurant, 80'000 Franken für das Café und 55'000 Franken für die Bar – mögen auf den ersten Blick hoch erscheinen. Sie liegen aber bei einem Umsatzanteil von 5,5 Prozent für Restaurant und Café sowie 6,5 Prozent für die Bar unter dem branchenüblichen Niveau von 6 bis 9 Prozent.

Lukas Ott, Leiter der Kantons- und Stadtentwicklung und damit auch führender Kopf bei der Ausschreibung, begründet dies auf Anfrage unter anderem mit den «nicht unerheblichen Investitionen», welche die Gastronomen für einen Grossteil der Infrastruktur aus eigener Tasche berappen müssen. Beim Restaurant sind beispielsweise happige 1,9 Millionen Franken angesetzt.

Bewerber gesucht

Interessenten können sich ab sofort bewerben – Infos gibt es auf www.entwicklung-kaserne.bs.ch. Bis zum 5. April muss man sich für eine Teilnahme an der Ausschreibung anmelden, bis am 14. Juni müssen die detaillierten Angebote eingereicht werden.

Im Auswahlgremium haben neben dem Vorsitzenden Lukas Ott zwei weitere Vertreter aus der kantonalen Verwaltung (Abteilung Kultur und Immobilien Basel-Stadt), zwei Vertreter der heutigen Arealnutzer (Pro Kasernenareal und Kaserne Basel), ein Vertreter der Quartierbevölkerung sowie drei externe Experten Einsitz.