«Die ganze Diskussion um die Zwischennutzungen war für den Allerwertesten.» Dies ist das Zitat eines Basler Kulturschaffenden zu den Zwischennutzungen auf dem Hafenareal. Allerdings wollen weder er noch andere aus den alternativen Veranstalterkreisen ihre Namen in der Zeitung lesen. Fragt man nach einer zitierfähigen Stellungnahme, herrscht das grosse Abwinken. «Ich muss ja mit dem Präsidialdepartement auch in Zukunft zusammenschaffen», lautet dann der Tenor.

Lange Wartezeiten

Grund für den anonymen Ärger der Kulturszene ist das lange Warten auf die Verträge für die Zwischennutzungen im Hafenareal. Diese hätten gemäss den ursprünglichen Plänen des Präsidialdepartementes die Verträge mit den Zwischennutzern im April 2012 unterschriftsbereit vorliegen sollen. Offensichtlich war die Ausarbeitung derselben wesentlich komplizierter, als es sich der Kanton vorgestellt hatte. «Die Organisation dieser Zwischennutzungen braucht ihre Zeit. Es lohnt sich auch, sich diese Zeit zu nehmen, damit das Verständnis für die Rahmenbedingungen im Hafen da ist», sagt Olivier Wyss, der im Präsidialdepartement zuständig ist.

Das Grundproblem ist klar: Die Zwischennutzungen sollen in einem Industrieareal an exponierter Lage untergebracht werden. Wo Sicherheitsvorschriften, Bauvorschriften und Lärmgrenzwerte gelten. Oder wie Nina Hochstrasser, die Mediensprecherin der Basler Häfen, sagt: «Der Hafen ist ein Industriegebiet und die Schweizerischen Rheinhäfen haben keine praktische Erfahrung mit Zwischennutzungen.»

Das führte zu entsprechend komplizierten Abklärungen und der Überschreitung des Zeitplans. Nun ist offenbar Licht am Ende des Tunnels zu sehen, wie Wyss erklärt: «Wir sind dabei, die Verträge mit den Zwischennutzern zu finalisieren. Sie sollten im Februar unterschrieben werden.» Und Hochstrasser fügt selbstkritisch an: «Es war schwieriger als erwartet, aber nun sind wir mehr oder weniger bereit.»

Die Verträge sind darum so wichtig, weil die Rheinhäfen gemäss verschiedener Quellen darauf beharren, dass dort die Rechte und Pflichten der Zwischennutzer bis ins Detail geregelt werden. Oder wie Wyss es ausdrückt: «Das Ziel ist, dass sich die Zwischennutzer selbst organisieren können, innerhalb von klaren Rahmenbedingungen.»

Freiheit in Leitplanken

Was diese Richtlinien alles umfassen, ist offenbar noch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Aber auch bei den Rheinhäfen klingt es ähnlich wie beim Kanton: «Es gibt viele Rahmenbedingungen, die die Situation komplizieren», umschreibt Hochstrasser die Situation in einem Areal, auf dem unter anderem noch Lastwagenverkehr herrscht und eine Bahnlinie verkehrt.

«Es ist nicht ganz einfach, die Zwischennutzungen in den bestehenden Betrieb einzubetten und das juristisch sauber auszugestalten», meint Hochstrasser dazu. Dass der Hafen kein Eins-zu-eins-Ersatz für das NT-Areal werden könne, sei von Anfang an klar gewesen. Die Lärmproblematik wurde aber unterschätzt. Die hafengeplagten Anwohner am anderen Rheinufer sind offenbar nicht willens, ihre Nachtruhe dem Basler Partybedürfnis zu opfern.