Nun könnte dem Kanton auch noch der Basler Heimatschutz in die Quere kommen. Dabei ist das Unterfangen eigentlich schon schwierig genug: Noch immer ist völlig unklar, ob das Basler Antikenmuseum dereinst in den Berri-Bau umziehen kann. Bis 2024 soll das Naturhistorische Museum das denkmalgeschützte Gebäude verlassen und in den geplanten Neubau umziehen. Der Berri-Bau soll dann für 70 bis 80 Millionen saniert werden.

Das Problem: Die Böden im Berri-Bau könnten teilweise schlicht zu schwach sein. Es gibt Zweifel, dass sie die schweren Skulpturen des Antikenmuseums tragen können. Und ob eine Verstärkung möglich sein wird, ist noch völlig offen. Mittlerweile soll der Kanton sogar mit dem Gedanken spielen, auf den Umzug des Antikenmuseums zu verzichten. An seiner Stelle könnte dann das Historische Museum im Berri-Bau unterkommen.

Die Museumspläne des Präsidialdepartements scheinen bereits zu wanken. Der Basler Heimatschutz könnte sie nun endgültig zum Fallen bringen. An seiner Jahresversammlung hat er eine Resolution beschlossen. Ziel: dem «Dreistern-Denkmal Berri-Bau seine Würde zurückzugeben». So sei der Bau im Laufe der Zeit für die wechselnden Museumszwecke mehrfach umgebaut worden und habe dabei viel von seiner Ausstrahlung und Würde verloren.

Charakter nicht beeinträchtigen

Daher verlangt der Heimatschutz, dass bei der Renovation der Originalzustand des Baus soweit möglich wiederhergestellt wird. Dafür seien spätere Einbauten zu entfernen und die Räume nach den Plänen von Melchior Berri zu rekonstruieren. Sollte tatsächlich das Antikenmuseum einziehen, warnt der Heimatschutz vor einer allfälligen Auskernung des Baus. «Die statischen Ansprüche dürfen den historischen Charakter nicht beeinträchtigen.»

Welche Auswirkungen das auf die Museumspläne haben dürfte, kann Barbara Neidhart von Immobilien Basel-Stadt derzeit nicht beurteilen. Seit rund zwei Jahren wird die Machbarkeit des Umzugs geprüft. Die Resultate dürften erst im Frühling oder Sommer 2018 vorliegen. «Das zeigt doch, dass es einige Knacknüsse gibt», heisst es dazu aus dem Grossen Rat.

Der Heimatschutz betont aber, der Museumspolitik des Kantons nicht entgegenstehen zu wollen, auch wenn sie in einen «besorgniserregenden Strudel» geraten sei. Der monumental-klassizistische Berri-Bau wäre sehr gut geeignet für das Antikenmuseum, sagt Obmann Christof Wamister. Sollten die Zwischenböden entfernt und die hohen Räume wiederhergestellt werden, brächte das die antike Kunst zur Geltung. Statische Fragen aber seien den Ingenieuren zu überlassen. Einfacher werde es damit für die Pläne des Kantons auf keinen Fall, sind sich Politiker einig.