Bis 2030 strebt der Kanton Basel-Stadt 200000 Einwohner an. Darum sind Massnahmen nötig, die den Wohnraum fördern. Den Anfang machte der Mieterverband mit seinen beiden kantonalen Mieterschutzinitiativen. Die Basler Regierung arbeitete daraufhin das Wohnraumfördergesetz (WRFG) aus, welches der Mieterverband-Initiative «Bezahlbares und sicheres Wohnen für alle» als direkter Gegenvorschlag gegenübergestellt wird.

Für diesen Gegenvorschlag sprechen sich auch die Wohnbaugenossenschaften Nordwestschweiz aus. Der Gegenvorschlag sei sofort nach der Annahme wirksam, sagte SP-Grossrat René Brigger heute Dienstag an einer Medienkonferenz. Das WRFG könnte folglich ab dem 1. Januar 2014 in Kraft treten. Das WRFG bediene zudem den gesamten Mittelstand und nicht nur die untersten Schichten und sei auch raumplanerisch und ökologisch, erklärte Brigger weiter.

Die Stadt Zürich als Vorbild

Ein Fond mit 20 Millionen Franken soll den Kanton im Erwerb von Arealen und Liegenschaften zugunsten von gemeinnützigem Wohnungsbau unterstützen. Zudem beabsichtigt der Gegenvorschlag die Wiedereinführung von Bürgschaften. Dabei soll der Kanton für bis zu 94 Prozent der Anlagekosten bürgen. In naher Zukunft ist der Bau von 300 Wohnungen geplant. «Es ist klar, dass wir nicht von Beginn weg günstige Wohnungen zur Verfügung stellen können», sagt Andi Herbster von Wohnstadt Bau- und Verwaltungsgenossenschaft. «Aber in 20 Jahren sind sie günstiger Wohnraum.»

Günstigen Wohnraum sollen auch weitere Genossenschaftswohnungen bringen. Momentan liegt deren Anteil in Basel bei 11 Prozent; Ziel der WBG: 30 Prozent. Als Vorbild gilt dabei Zürich, wo der Anteil der Genossenschaftswohnungen 25 Prozent beträgt – wobei aber 5 Prozent kommunaler Wohnungsbau sind. Dass dies ein Schritt in die richtige Richtung bedeuten könnte, zeigt die neuste Mietzinsstatistik des Bundesamts für Statistik. Diese zeigt auf, dass Genossenschaftswohnungen bis zu 40 Prozent günstiger sind. Dies vor allem in grossen Städten, die am meisten unter Wohnungsknappheit leiden.

«Es ist ein Meilenstein», betonte Jörg Vitelli, SP-Grossrat und Präsident WBG Nordwestschweiz die Wichtigkeit der Abstimmung. Und ganz im Gegensatz zum Mieterverband, für den zweimal Nein zur Initiative das kleinere Übel bedeuten würde als ein Ja zum Gegenvorschlag, spricht Vitelli «vom Schlimmsten, das passieren könnte, wenn beide Initiativen abgelehnt werden».