Wer seine Grosseltern im Alterszentrum Weiherweg des Basler Bürgerspitals besuchen will, hat derzeit kein Glück. Das agressive Norovirus hat einige Patienten befallen. Aus Sicherheitsgründen wurde darum das Zentrum geschlossen. Kantonsarzt Thomas Steffen sagt, die Schliessung, die am 5. Januar verfügt wurde, werde voraussichtlich nächste Woche aufgehoben. Davon betroffen ist auch das Schwimmbad des Alterszentrums, in dem diverse Schwimmkurse für Externe stattfinden

«Noroviren-Ausbrüche sind vor allem auch in den Wintermonaten relativ häufig. Wir erhalten in dieser Zeit regelmässig Meldungen über Erkrankungen in Institutionen oder auch von einzelnen Personen», sagt Steffen. Die Virenerkrankung verläuft meist sehr schnell und aggressiv: hohes Fieber, Durchfall und gleichzeitiges Erbrechen sind die Hauptsymptome.

Dazu kommt eine enorm hohe Ansteckungsgefahr. Besonders alte Menschen und Kleinkinder müssen das Norovirus fürchten. Die rasche Dehydratation durch den hohen Flüssigkeitsverlust kann bei ihnen gefährlich werden. Gesunde Jugendliche und Erwachsene dagegen verbringen einfach ein paar sehr schlimme Tage.

Im Universitätsspital sind laut Mediensprecher Martin Jordan derzeit elf Patienten stationär in Behandlung. Das reicht, um eine isolierte Kohortenstation einzurichten. Es handle sich dabei meist um Menschen, die bereits eine andere Erkrankung hätten und die deshalb besonders gefährdet seien. Sie bleiben bis 48 Stunden nach dem Abklingen isoliert, um weitere Ansteckungen zu verhindern.

Auch Grippe ist aktuell

Mehr Arbeit als die Noroviren beschert den Medizinern derzeit die Grippewelle, die seit einigen Wochen auf hohem Niveau verharrt. «Die diesjährige, saisonale Grippe beziehungsweise die grippenähnlichen Erkrankungen sind auch in Basel in den letzten Wochen voll angekommen», sagt Kantonsarzt Steffen.

54 Fälle seien in der vergangenen Woche im Universitätsspital behandelt worden, sagt dessen Medienspreche Martin Jordan. «Die Kurve ist bereits im Dezember einmal stark angestiegen, ging dann etwas zurück und steht nun bei stabil rund 50 Fällen pro Woche.» Insgesamt habe man in dieser Grippesaison 181 Fälle behandelt. Das sei im Vergleich zur extremen Grippeepidemie des vergangenen Winters eine massive Entlastung. Damals waren bis zu 130 Fällen in der Woche im Unispital behandelt worden. Aber auch in diesem Jahr wurde der Grenzwert von zehn Fällen für die Einrichtung einer Isolierstation bei weitem übertroffen.

«Derzeit sind 20 Personen stationär in Behandlung», bilanziert Jordan. Die Grippewelle sei «voll angekommen», sagt auch Steffen. Besonders betroffen sind neben der Nordwestschweiz auch die östliche Deutschschweiz und das Tessin. In der Innerschweiz und im Welschland sei die Ausbreitung stark, aber nicht sehr stark. Ein Abklingen ist in den nächsten Wochen zu erwarten.