Am 17. Mai heisst es: Vorhang auf und Bühne frei für ein paar der besten Jungartisten der Welt. Auf der Rosentalanlage im Kleinbasel findet auch dieses Jahr wieder das einzige Schweizer Zirkusfestival Young Stage statt. «Die Schweiz hat eine grosse Zirkustradition«, sagt Nadia Hauser, die Festivalleiterin.

Auch deshalb freut sich Basel Tourismus, dass das Festival ausgerechnet in Basel stattfindet, wie Christoph Bosshardt stolz verkündet: «Die Organisation dieses Festivals ist eine wertvolle Arbeit und es ist toll, dass sich dieses internationale Festival hier etabliert hat. Es passt extrem gut zu Basel als Kulturstadt.» Das Festival helfe dabei, den Namen der Stadt Basel in die Welt hinaus zu tragen und die internationale Ausstrahlung zu verstärken.

Neue Rekordzahl bei Bewerbungen

International wird auch die Atmosphäre während des fünftägigen Festivals in Basel sein. Aus 211 Bewerbungen aus 45 Ländern hat die Festivalleitung ein Teilnehmerfeld von 31 Artisten aus rund 16 Nationen zusammengestellt, die in Basel ihr Können präsentieren. Noch nie war das Interesse so gross und die Bewerbungen aus so vielen verschiedenen Ländern eingetroffen. Hauser kann sich den Ansturm erklären: «Die Flut an Bewerbungen ist ein Zeichen dafür, dass unser Bekanntheitsgrad steigt. Das Young Stage ist eine der wichtigsten Plattformen für junge Artisten weltweit.» Jedes Jahr reisen Scouts vom Cirque du Soleil, dem Circus Monti und anderen grossen Veranstaltern nach Basel, um aufstrebende Talente zu entdecken.

Als Preis für die besten Darbietungen des Wochenendes locken denn auch nicht nur Geld, sondern oft direkte Engagements von beispielsweise dem Europa Park oder dem Palazzo Colombino. «Natürlich erhoffe ich mir einige Kontakte und vielleicht sogar ein Engagement in einer Zirkusproduktion», lässt sich Nora Zoller zitieren. Zoller ist im internationalen Teilnehmerfeld eine von zwei Schweizerinnen, die um die Gunst der Juroren buhlen. Um ihre Zukunft kämpfen aber sowieso alle 14 Acts, wie Hauser bestätigt. «Wir haben allen Teilnehmer befragt, und alle haben etwas gemeinsam: die unbändige Leidenschaft. Für sie bedeuten die Bretter der Bühne die Welt.»

Einer, der den Durchbruch schon geschafft hat, ist Christophe Gobet. Der Basler tritt weltweit mit einem Partner am Trapez auf. Für das Young Stage nimmt er in der Jury Platz und erklärt die Bewertungskriterien: «Eine gute Nummer ist natürlich die Basis. Das artistische Niveau, der Schwierigkeitsgrad und die Technik sind auch wichtige Punkte, auf denen das Hauptaugenmerk liegt. Wir achten aber auch auf die Verpackung, die Choreographie und das Kostüm.» Er erklärt auch, um was es für die Jungartisten am Young Stage abseits des Rampenlichts geht: «Ein gutes Netzwerk in der Szene ist wichtig, und dieses baut man an den Festivals auf.»

Vier neue Disziplinen

Die sechste Auflage des Young Stage wartet mit diversen Neuerungen auf: Erstmals finden dieses Jahr aufgrund der grossen Nachfrage fünf Shows, nicht nur vier statt (zwei davon sind Familienshows am Sonntag). Ausserdem wird das artistische Spektrum um vier neue Disziplinen erweitert: das Swing Bike, den Russian Bar, das Hoop Diving und den Aerial Bambou. Eines bleibt aber auch dieses Jahr gleich: Das Festival präsentiert die Stars von morgen. In diesem Sinne: Bühne frei für die Zukunftsartisten.