Heinz Margot, worüber reden wir?

Da steht: «Geschenk».

Schon alle Weihnachtsgeschenke besorgt?

Ja, ich habe alle beisammen. Die wichtigen allemal.

Vorbildlich.

Das Geschenk für meinen Sohn habe ich sogar bereits im Mai gekauft. Nur für meinen Hund muss ich noch was finden.

Was schwebt Ihnen vor?

Das sag’ ich doch nicht, so in aller Öffentlichkeit!

Ihr Hund liest Zeitung?

Zutrauen würde ich’s ihm, ja.

Kaufen Sie so früh Geschenke ein, um dem Stress und dem Konsumwahnsinn kurz vor den Festtagen zu entgehen?

Ich finde das nicht so problematisch. Und wenn die Leute konsumieren, profitiere ich auch davon.

Sie sprechen Ihre Raclette-Stube auf dem Münsterplatz an. Läuft das gut?

Ja, ganz ordentlich. Die Stimmung am Weihnachtsmarkt ist ausgelassener als früher. Die Leute waren schon Ende November weihnächtlich aufgelegt.

Und Sie?

Langsam kommt’s auch. Normalerweise höre ich erst ab Mitte Dezember Weihnachtssongs; heuer habe ich bereits vor ein paar Tagen damit begonnen.

«Last Christmas» von Wham?

Ach nein, den habe ich oft genug gehört. Wobei dieser Song ja ein Faszinosum darstellt: Auch in diesem Jahr ist er wieder in den Charts zu finden. Ansonsten bin ich nicht so wählerisch, kreuz und quer, die Klassiker, Jazz, Pop und so weiter.

Sie sagen, die Raclette-Stube läuft gut. Ihr Name scheint ein Publikumsmagnet zu sein, man kennt Sie noch von der Quizshow «Megaherz», die von 1994 bis 2002 im Schweizer Fernsehen lief. Dabei ist das so lange her.

Ich weiss nicht, ob ich wirklich noch ein Publikumsmagnet bin. Aber diese Zeit haftet mir schon an, ja. Damals war die Auswahl an Sendern und Programmen deutlich kleiner, der Marktanteil von solchen Sendungen entsprechend grösser.

Nervt es Sie, dass Ihnen das Image des charmanten Showmasters anhaftet? Sie haben sich beruflich ja längst weiter entwickelt, sind Theaterschauspieler, Gastronom, Eventorganisator...

Ja, nun würde ich sehr gerne zum Film, darauf habe ich schon lange Lust. Hat bis jetzt nicht recht geklappt, wahrscheinlich weil mein Gesicht eben lange an den «Unterhaltungsfuzzi» erinnerte. Mittlerweile sagen mir die Castingleute, dass dieses Bild in den Köpfen der Leute verblasst ist. Ich sehe auch ein wenig anders aus als damals, mit ein paar Furchen im Gesicht.

Gute Voraussetzungen für die Rolle eines Bösewichts.

Zum Beispiel. Muss aber nicht sein. Jede Rolle ist anspruchsvoll und spannend. Es muss auch keine renommierte Produktion sein. Die Independent-Szene bringt tolle Filme raus. Es geht mir in erster Linie um die Freude, nicht ums Finanzielle.

Und warum hat es mit der Filmrolle heuer noch nicht geklappt?

Wahrscheinlich müsste ich mich mehr darum bemühen. Und dafür fehlt mir noch die Zeit; ich bin seit 2017 mit Privatdetektiv Philip Maloney auf Lesetour in der ganzen Deutschschweiz unterwegs.

Wie kam es zu diesem Engagement?

Früher hatte ich Rollen in den Radioproduktionen des Kriminalhörspiels, dann gab’s einen Unterbruch, als ich in Zermatt lebte. Nach meiner Rückkehr stieg ich wieder ein, dann hat mich Autor Roger Graf angefragt, ob ich Lust auf Tournee hätte.

Sie nehmen auf den Touren verschiedenste Rollen ein, verstellen Ihre Stimme gekonnt. Braucht das viel Übung?

Natürlich nehme ich mir Zeit fürs Vorbereiten. Aber die Stimme zu verstellen, das geht einfach. Meine Stimme ist ein grosses Geschenk.

Sie haben ihr die Karriere beim Radio und Fernsehen zu verdanken. Könnten Sie sich ein Comeback als TV-Moderator vorstellen?

Nein. Im Sommer moderierte ich zum letzten Mal die Highlights des «Basel Tattoo». Nun ist Schluss, nach 25 Jahren. Ich mache kein Fernsehen mehr, möchte nicht mehr der Hansdampf in allen Gassen sein.

Warum?

Alles im Leben hat seine Zeit. Ich bin der Typ, der lieber zu früh als zu spät aufhört. Was nicht heisst, dass ich nicht gerne zurückschaue, auch auf die Zeit mit «Megaherz». Ich bereue keine Sekunde. Das betrifft übrigens mein ganzes Leben.

Und wenn Ihnen das Fernsehen plötzlich ein super Format anbietet?

Ich kann mir keine Sendung vorstellen, auf die ich Lust hätte. Aber man sollte niemals nie sagen. Allerdings hätte ich wohl keine Zeit dafür. Die Tour mit Maloney und anderes nimmt viel Zeit in Anspruch...

...apropos «anderes»: Vom 11. Februar bis 2. März 2019 sind Sie auf der Bühne des «Teufelhofs» im Rahmen des Programms Schaabernagg & Lumpepagg zu sehen, das zweite Mal nach 2016. Muss das sein, noch eine Vorfasnachtsveranstaltung?

Naja, es ist keine klassische Vorfasnachtsveranstaltung. Eher ein Kabarett; es kommt ganz ohne Pfeifen, Trommeln oder Guggenmusik aus. Aber wir treten in bewährter Formation auf, also Walo Niedermann, Roland Suter und ich.

Worum geht’s?

(flüstert) Um ein ganz geheimes Labor. Mehr darf ich nicht verraten.

Sind Sie an der Fasnacht aktiv dabei?

Nein, das war aus beruflichen Gründen nicht möglich die vergangenen Jahre; mit dem Querschnitt und weiterne Jobs beim Fernsehen fand ich keine Zeit mehr. Aber in jungen Jahren war ich begeisterter Tambour.

Jetzt könnten Sie wieder einsteigen.

Puh, diesen Kessel drei Tage lang mit mir rumtragen? (lacht)

Vielleicht bekommen Sie ja eine Trommel zu Weihnachten geschenkt.

Wer weiss.

Was wünschen Sie sich zu Weihnachten? Mit welchem Geschenk macht man Ihnen die grösste Freude?

Aus dem tiefsten Innern: mit guter Gesundheit. Das wird häufig gesagt, aber mir ging’s eine zeitlang tatsächlich nicht so gut. Danach schätzt man das umso mehr und sieht es als Geschenk an, gesund zu sein.