Mit einer Party bis morgens um 6 Uhr wird heute Abend der neue Club «Café Singer» im ehemaligen Kult Kino am Marktplatz eröffnet. Mehr als ein Jahr lang stand das Lokal leer. Der damalige Betreiber hatte es aufgegeben, weil er den Betrieb nicht mehr gewinnbringend führen konnte. Dazu kamen Probleme mit der Nachbarschaft wegen Lärmbelästigungen.

Giuseppe Miele, Geschäftsführer des «Café Singer», sagt, sie hätten präventiv mit den Anwohnern das Gespräch gesucht und es habe sich gezeigt, dass nicht die lauten Bässe, sondern der Lärm vor dem Club ein Problem war: «Deshalb achten wir darauf, dass wir immer genug Leute bei der Tür haben, die kontrollieren, dass es vor dem Club nicht zu laut wird», sagt Miele. Zudem liege die Altersgrenze bei 23 Jahren, was sich positiv auf den Lärm auswirken könnte, auch wenn diese nicht primär wegen des Lärms etwas höher angesetzt worden sei. Positiv könnten sich auch die langen Öffnungszeiten auswirken: «Um 6 Uhr fahren bereits die ersten Trams. So stehen die Clubgänger um vier Uhr morgens nicht lärmend auf dem Marktplatz.»

Elektronische Bässe im Keller

Der Club befindet sich im Untergeschoss. Hier wird am Freitag und Samstag getanzt bis in die Morgenstunden. Die Bar im ersten Stock, in den ehemaligen Räumlichkeiten des Singerhauses, ist von Montag bis Samstag immer ab
16 Uhr geöffnet. «In der Bar soll es jeweils am Donnerstag eine Party geben, die gratis ist», sagt Miele. Im Club kostet ein Abend zwischen 15 und 20 Franken. «Ausnahmsweise vielleicht 25 Franken».

Musikalisch bestimmt vor allem elektronische Musik das Programm: Heute Abend steht unter anderem «Kellerkind» hinter dem DJ-Pult, am Samstag «The Love2Love Soulsystem».

Für das Konzept des «Café Singer» war ein fünfköpfiges Team verantwortlich. Unter ihnen auch bekannte Namen aus der Basler Nachtclub-Szene: Simon Lutz, Inhaber und Betreiber der «Kuppel» und des «Acqua», und Agron Isaku, Inhaber und Programmchef des «Nordstern», des besten Schweizer Clubs. Mit der Eröffnung heute Abend ist deren Job allerdings getan und Giuseppe Miele kümmert sich alleine um den Clubbetrieb.

Nichts für den «Nordstern»

Dass ausgerechnet Agron Isaku, der Inhaber des «Nordstern», beim neuen Club mitgewirkt hat, dürfte die Gerüchteküche in Basel zum Brodeln gebracht haben. Denn der Zwischennutzungsvertrag des «Nordstern» mit den IWB endet per Ende Oktober 2016, weil im November die Umbau- und Sanierungsarbeiten beginnen. Wird der «Nordstern» also schleichend ins «Café Singer» umgesiedelt?

Er habe mitgeholfen, sagt Isaku, bei der Suche der Location, beim Sound- und Clubdesign. Er stellt klar: «Das eine hat nichts mit dem anderen zu tun.» Der «Nordstern» sei eine Institution. «Der Club gehört ins Industriegebiet und nicht in die Innenstadt.»

Letzte Party am 30. April

Gleichzeitig informiert Isaku, dass im «Nordstern» die letzte Party bereits am 30. April 2016 steigt und nicht bis Ende Oktober gefeiert und getanzt wird. Die Ära «Nordstern» werde aber nicht zu Ende gehen: «Nicht in den nächsten
20 Jahren», so der Inhaber. Es tue sich gerade etwas. Was genau, darüber schweigt er. Fest steht: «Sein Baby» gehöre ins Industriegebiet und brauche eine Location, die der jetzigen mindestens ebenbürtig ist.

So oder so: Im kommenden Jahr wird sich im Basler Nachtleben einiges verändern. Am Wochenende vom 8. und 9. Januar feiert am Steinentorberg 35 der neue Club Schallplatz seine Eröffnung. Am 27. März wird im Hinterhof zum letzten Mal gefeiert.

Café Singer Marktplatz 34, Basel. Bar: Montag bis Mittwoch von 16 bis 24 Uhr, Donnerstag bis Samstag von 16 bis 4 Uhr. Club: Freitag und Samstag ab 23 Uhr.