Die Rhein-Schifffahrt hatte den Betrieb eingestellt; die tausende Zuschauerinnen und Zuschauer säumten sich auf der Mittleren Brücke und auf beiden Seiten des Rheinufers. Um 14.30 Uhr war es soweit: Der kanadische Hochseilkünstler Laurence Tremblay-Vu begab sich auf das 190 Meter lange Stahlseil, das sich 25 Meter ob dem Wasser über den Rhein spannte.

Als Unterstützung für das Gleichgewicht hielt der ungesicherte Künstler eine Balancierstange in den Händen. Er fühle sich sicherer, wenn er ungesichert sei, sagte er gemäss Mitteilung der Veranstalter des internationalen Festivals Young Stage vom Samstag vor der Darbietung.

Eindrücke vom Hochseilakt:

Der Akrobat zeigte auf dem Stahlseil, das seitlich mit zwölf Einrichtungen gesichert war, zahlreiche Kunststücke. Gemäss Mitteilung legte er sich auf den Rücken, machte den Spagat, liess sich am Seil runterhängen und ging ein Stück rückwärts.

Zwischendurch habe er den tausenden Zuschauern gewunken, schreiben die Veranstalter. Es habe den Eindruck gemacht, als habe er sich wohl gefühlt. Als er nach rund 30 Minuten wieder Festland unter den Füssen hatte, habe er sein Hemd und Schuhe ausgezogen und einen Rückwärtssalto in den Rhein gemacht.

Vor den Medien sagte Laurence Tremblay-Vu gemäss Mitteilung: "Ich liebe es, verletzlich zu sein." Er habe in der Höhe einiges wahrgenommen, wie zum Beispiel die Musik, das Klatschen oder die Enten auf dem Wasser. "Aber ich war in einer Blase und konnte mich gut auf mich konzentrieren."