Den Schwarzfahrern der Region gehts an den Kragen. Voraussichtlich ab April werden sich die Basler Verkehrbetriebe (BVB) und die Baselland Transport AG (BLT) ans nationale Sündenregister anschliessen. Das bestätigen die beiden Verkehrsunternehmen auf Anfrage.

Damit müssen die Passagiere ohne gültigen Fahrausweis fortan ihre Personalien hinterlegen. Wer registriert ist, für den wirds bei jeder Kontrolle teurer. Wer das erste Mal ohne gültigen Fahrausweis kontrolliert wird, muss 100 Franken bezahlen, beim zweiten Mal werden 140 Franken erhoben, beim dritten Mal kostets 170 Franken.

Heute kann man beliebig oft erwischt werden: Die Busse kommt stets auf 100 Franken zu stehen. Das Register soll schweizweit geführt werden. Bis Ende Jahr sollen alle regionalen Verkehrsbetriebe der Schweiz angeschlossen sein. Wer beispielsweise auf dem SBB-Netz erwischt wird, der gilt auch bei den BVB und der BLT als «vorbestraft».

Kontrollen sind erfolgreich

Damit sollen vor allem jene an die Kasse gebeten werden, die sich nie Billett für die Bus- und Tramfahrt kaufen – und damit übers Jahr gesehen weniger ausgeben als die redlichen öV-Benutzer. «Es gibt sie schon», sagt BLT-Chef Andreas Büttiker. «Diejenigen, die immer ihre 100er-Note dabei haben und es bei den Kontrollen aus dem Pochettli ziehen.»

Für den einen oder anderen rechnet sichs: Das U-Abo kostet 800 Franken, und auch Vielfahrer werden meist nicht öfter als achtmal im Jahr kontrolliert. Es besteht kein Zweifel, dass Appelle an die «Fairness» der Bus- und Trampassagiere weniger wirken als die Belastung ihres Geldbeutels. Büttiker sagt, man habe im vergangenen Jahr auf der Waldenburgerbahn eine höhere Schwarzfahrerquote festgestellt.

Nachdem man verstärkte Kontrollen durchgeführt habe, sei die Zahl der Passagiere ohne gültigen Fahrausweis stark gesunken. Er betont aber, dass die Schwarzfahrer bei der BLT kein wachsendes Problem darstellten. «In den vergangenen drei Jahren ist die Zahl konstant geblieben», sagt er.

Schwarzfahrer ennet der Grenze

Auf höherem Niveau konstant ist Schwarzfahrerquote bei den BVB. Mediensprecherin Sonja Körkel sagt, sie liege «seit Jahren» bei rund 2,13 Prozent aller kontrollierten Passagiere.

Derzeit liegt der Fokus auf der 3er-Linie, die seit etwas über einem Jahr nach St. Louis fährt. Im Januar schrieb die «Basler Zeitung», dass vier Prozent aller Passagiere in Frankreich ohne gültigen Fahrausweis unterwegs seien. Grund sei, dass sich die Koordination mit den ausländischen Transportunternehmen bei den Kontrollen schwierig gestalte.

Nun aber kündigen die BVB an, auch auf dem französischen Streckenabschnitt durchzugreifen. Ab Frühling 2019 würden hier nicht nur normale Kontrollen, sondern auch Schwerpunktkontrollen durchgeführt. Das Tram wird dann gestoppt und alle Fahrgäste kontrolliert. Für die notorischen Schwarzfahrer brechen also harte Zeiten an.