Staatsanwalt-Sprecher Peter Gill bestätigte auf Anfrage der «Schweiz am Sonntag» die Ermittlungen. Die Staatsanwaltschaft hat Anfang Juli den Bericht der Finanzkontrolle studiert und darauf gestützt auch die Unterlagen der Finanzkontrolle eingefordert. Es gehe nun darum abzuklären, «ob und von wem Straftaten begangen worden sind», erklärt Peter Gill.

Im Zentrum der Untersuchungen wird Alt-Regierungsrat Carlo Conti stehen. Dieser will im Gefolge der Baselbieter Honorar-Affäre bemerkt haben, selbst Honorare nicht korrekt abgerechnet zu haben. Conti trat darauf als Regierungsrat zurück und stattete der Staatskasse 110 000 Franken zurück.

Conti steht aber auch in der Kritik, weil er nahtlos vom Amt des Gesundheitsdirektors in den Dienst kommerzieller Spitalanbieter getreten ist. So etwa als Verwaltungsratspräsident der Basler Schmerzklinik, die seit Anfang Jahr zur expansiven Genolier-Gruppe gehört. Als Bundesrat Moritz Leuenberger ähnlich rasch die Fronten wechselte, führte dies zu einer politisch breiten Empörung. Conti mache genau das Gleiche, sagt SP-Nationalrätin Silvia Schenker gegenüber der „Schweiz am Sonntag“.