«Vereinigte Klein-Basler» – das diesjährige Sujet der Alten Garde der Alte Stainlemer sorgt für ordentlich Gesprächsstoff und hitzige Diskussionen. Nun äussert sich auch Tarek Moussalli, der diesjährige Plakettenkünstler, dazu.

Pikant: Der Basler mit syrischen Wurzeln ist Mitglied beim Stammverein der Alte Stainlemer und auch deren Sujetkünstler. Drei Jahre lang war er in dieser Funktion auch bei der Alten Garde tätig.

Er schäumt, als die bz ihn telefonisch erreicht: «Mit diesen Leuten möchte ich nichts zu tun haben. Ich schäme mich!» Das Schlimmste dabei sei, dass das nun auch auf den Stammverein abfärbe; «die breite Öffentlichkeit macht keinen Unterschied zwischen Alter Garde und Stammverein. Dabei distanziert sich letzterer ganz klar von den Aussagen, die von der Alten Garde gemacht werden.»

Die Alte Garde der Alten Stainlemer am Montags-Cortège 2019

Die Alte Garde der Alte Stainlemer am Montags-Cortège 2019

Ist dieses Sujet zu viel? Die Laterne der Alten Garde der Alten Stainlemer polarisiert.

«Hatz auf alles Andersartige»

Während Obmann Felix Stierli den hohen Ausländeranteil im Kleinbasel als ein Sujet verteidigt, das die Leute bewege, handelt es sich für Moussalli hier um gar kein solches: «Das ist kein Sujet, sondern einfach nur Hatz auf alles Andersartige. Das schlägt mir jetzt echt auf den Magen, ich fühle mich persönlich angegriffen und ans Bein gepisst.» Während seiner Zeit bei der Alten Garde habe er immer wieder versucht, die Mitglieder zu «öffnen»: «Leider ist es nur noch schlimmer geworden. Wie soll ich diesen Leuten noch die Hand geben?»

Stamm und Jungi der Alte Stainlemer distanzieren sich vom Sujet der Alten Garde

Gleichzeitig ist Moussalli froh, dass das Thema nun von den Medien wahrgenommen wurde und das Gebaren der Alten Garde der Alte Stainlemer kritisch hinterfragt wird. Moussalli sagt: «Ich habe gehofft, dass sie endlich mal dreinlaufen. Es wurde echt Zeit.» Denn: Es sei beileibe nicht das erste Mal, dass die Alte Garde mit fragwürdigen Sprüchen auffalle. «Beim Zeedel von 2015 mussten wir schon mal eingreifen, da haben sie uns Zensur vorgeworfen.»

Trotzdem bestehen beim Stammverein der Alte Stainlemer laut Moussalli derzeit keine Überlegungen, die Alte Garde zu einem Namenswechsel zu bewegen oder sich gar selber umzubenennen, damit keine Verbindung mehr gemacht werden kann zwischen den beiden Formationen. «So weit sind wir noch nicht. Fakt ist: Es gibt seit Jahren Spannungen. Und diese werden nach dieser Fasnacht sicher nicht ruckzuck abgebaut. Vielmehr ist jetzt noch mehr kaputt gegangen.»