Das Traditions-Möbelhaus Wohnbedarf in Basel hat Grund zum Feiern: Zum 85-jährigen Bestehen sind morgen Samstag alle zum Tag der offenen Tür an die Aeschenvorstadt 48 geladen. Zu den Highlights des Tages gehört unter anderem, dass der legendäre Ulmer Hocker von Max Bill zu einem Sonderpreis verkauft wird. Der Grafikkünstler gehörte zu den prägenden Wohnbedarf-Designern.

Bereits gestern feierten die neuen Eigentümer, Barbara und Felix Messmer, mit rund 400 geladenen Gästen - darunter Stammkunden und Basler Prominenz - die Geschichte des Hauses. Die Besitzer des Wohnbedarf in Zürich haben im vergangenen Jahr von Ursula und Bruno Maurer, die Wohnbedarf Basel über viele Jahrzehnte geprägt haben, das Geschäft mitsamt Büros und Objektabteilung übernommen. Dies brachte einen Zusammenschluss der beiden bis dahin autonom geführten Firmen.

Die Übernahme soll in Basel zu keinen Änderungen führen. Felix Messmer sagt: «Wir bekennen uns zum Standort, er hat strategische Priorität.» Trotz der Krise in der Möbelbranche verzeichne man hier eine unveränderte Nachfrage. Durch das Angebot an hochwertigen und funktionalen Wohn- und Büromöbeln sowie der Beratung bezüglich Innenarchitektur hebe man sich von den Angeboten des Onlinehandels ab, sagt Felix Messmer. «Aber auch, weil wir Möbel von Designern und Architekten im Sortiment haben, die in der Schweiz nur an ausgewählten Orten zu finden sind. Dieser Einzigartigkeit haben wir uns verschrieben.»

Als Beispiel nennen die Messmers die neue Kollektion «Carta» des japanischen Architekten Shigeru Ban: Seine Stühle, Liegen und Tische bestehen allesamt aus Kartonröhren. «Das ist nicht nur für das Auge spannend. Das Material ist ökologisch abbaubar und entspricht dem Ökotrend», sagt Barbara Messmer.

Im Einklang mit dem Zeitgeist

Der Wohnbedarf in Basel gilt als ältester Design-Hotspot der Stadt. Als 1932 der Linoleum- und Teppichhändler Paul Matzinger das Geschäft eröffnete, war es ihm ein Anliegen, eine neue Art von Möbeln anzubieten, die im Einklang mit dem Zeitgeist stehen. Lebensform und Wohnkultur miteinander verschmelzen lassen war sein Credo – und die Messmers versuchen, dies auch heute noch zu leben.

Ganz der Digitalisierung entziehen kann sich aber auch Wohnbedarf nicht: Noch in diesem Jahr, voraussichtlich im zweiten Semester, wird erstmals ein Onlineshop lanciert. Hier sollen laut Barbara Messmer aber lediglich ausgesuchte Stücke aus dem aktuellen Sortiment bestellt werden können. Denn sie ist überzeugt: «Die Zukunft ist eine Verschmelzung zwischen on- und offline-Shopping. Das gilt auch für die Möbel- und Architekturbranche».