Je länger der Böögg brennt, desto schlechter wird der Sommer. So die streng wissenschaftliche Regel, nach der die Zürcher ihre Badeferien planen. Explodiert der Kopf des Schneemanns auf dem Scheiterhaufen nicht, gibt es einen Katastrophensommer. Und ins Wasser ist der Böögg erst einmal gefallen, im Kriegsjahr 1944. Und nun wieder. Zumindest bei der Hauptprobe für den Basler Auftritt am Sechseläuten. 

Der Böögg fällt vor dem Basler Rathaus.

Der Böögg fällt vor dem Basler Rathaus.

Es ist das Ende eines harten Kampfes. Der Böögg hat fast zehn Minuten durchgehalten. Doch dann kann er dem Feuer nicht mehr standhalten. Er fällt samt Kopf und eingebautem «Sprengstoff» in den Brunnen vor dem Basler Rathaus.

Die bz hat einen Testlauf für die Böögg-Verbrennung veranstaltet. Vor dem Basler Rathaus, bei bestem Wetter und mit einem sogenannten Pocket-Böögg. Das ist ein kleines Böögg-Modell, das vom Zentralkomitee der Zürcher Zünfte (ZZZ) für den Unkostenbeitrag von schlappen 80 Franken unters Volk gebracht wird.

Um dem Tierschutz und der Basler Seele gerecht zu werden, haben wir versucht, den heidnischen Brauch etwas einzubaslern. Statt zünftiger Herren hoch zu Ross gibt es im rot-grünen Basel einen Zugewanderten auf einem Cargo-Bike. Und wir haben versucht, den Sechseläutenmarsch zumindest partiell und vor allem möglichst laut auf einem Piccolo zu intonieren. Doch das Liedlein ist dermassen langweilig, dass das nicht allzu lange gut ging. 

Zum Schluss noch eine ernüchternde Bilanz mit unserem Experten für archaisches Brauchtum, der nur dank der giftigen Dämpfe, die dem Stoff-Schneemann entstiegen, ein wenig Pipi in den Augen hatte. 

Bilanz der Sechseläuten-Hauptprobe vor dem Basler Rathaus

Bilanz der Sechseläuten-Hauptprobe vor dem Basler Rathaus

Übrigens, bevor uns die Litteringsensibilisierten jetzt die Bude einrennen: Ja, wir haben aufgeräumt. Und es kam ausser dem Böögg niemand zu Schaden.