Herr Urgese, es war eine harte, lange Diskussion. Am Ende unterliegen die Bürgerlichen. Viele misstrauische Voten, aber kein Misstrauensvotum. Stimmt diese Zusammenfassung?

Luca Urgese: Es ist so: Die Mehrheit des Parlaments teilt zwar die Meinung der Geschäftsprüfungskommission, hat dort, wo es drauf ankam, den Mut aber nicht aufgebracht. Das ist höchst bedauerlich und zeigt mir, dass keine Bereitschaft da war, Nägel mit Köpfen zu machen.

Schon im Vorfeld der Debatte war zu spüren: Die Emotionen kochen hoch. War es die erwartet hitzige Diskussion?

Ja, das war es. Es war auch wichtig, dass die Voten so kritisch ausgefallen sind.

Wer sich das Abstimmungsresultat anschaut, dem fällt auf: Die Linken stimmten alle gemeinsam gegen Ihren Antrag, den Nachtragskredit vors Parlament zu bringen, einschliesslich des Grünen Bündnisses. Bei den Bürgerlichen hingegen gibt es Abweichler und Abwesende. Ein altes Problem, oder?

Sie sprechen mir aus der Seele. Es ist altbekannt, dass die Mehrheitsverhältnisse im Parlament extrem knapp sind. Wenn wir als Bürgerliche Erfolg haben wollen, sind wir auf jede einzelne Stimme angewiesen, das ist so.

Werden Sie nun Ihren Kollegen aus der Fraktion und jenen ihrer Partnerparteien ins Gewissen reden?

Ich habe keine Sanktionsmöglichkeiten. Es ist aber immer wieder ein Thema und ich werde es sicher wieder ansprechen: Wenn wir politisch etwas erreichen wollen, braucht es alle bis zum Schluss.

Ist das Thema BVB-Million mit der heutigen Diskussion abgehakt?

Wir wissen, dass bei der GPK der nächste BVB-Bericht in der Pipeline steckt. Dieser dreht sich um das Thema Infrastruktur. Diese ist in einem kritischen Zustand, was die BVB bereits öffentlich kommentiert haben. Es bleibt abzuwarten, was die GPK diesbezüglich herausfindet. Wir werden anschliessend unsere Schlüsse ziehen. Im Moment ist das Thema BVB-Million abgeschlossen. Ob wir im Rahmen der Budget-Debatte noch einmal darauf zu sprechen kommen, will ich noch offenlassen.