Anfang Februar stimmen die beiden Basel darüber ab, ob das Baselbieter Kantonsspital und das Unispital bald zusammengehören. Hinter den Kulissen wird auf Hochtouren gearbeitet. Bereits Anfang Jahr haben sich zum Beispiel die Spitäler auf die Suche nach einem neuen Logo gemacht. Zudem haben sich etliche Interessierte für einen Posten im Verwaltungsrat der neuen Organisation gemeldet.

Im November haben die Kantone Basel-Stadt und Baselland vorsorglich nach Verwaltungsräten gesucht. Die Stellen wurden auf diversen Portalen aufgeschaltet. Und vor kurzem wieder planmässig entfernt, wie eine Sprecherin des Basler Gesundheitsdepartements auf Anfrage sagt. Der Andrang war gross. Rund 70 Personen haben Interesse auf das Amt angemeldet, wie die Sprecherin sagt.

Der Job im Verwaltungsrat ist jeweils als 10-Prozent-Stelle beziffert. Der Aufwand umfasse sechs bis zehn halbtägige Sitzungen, heisst es in der Stellenausschreibung. Zudem vorbereitende Verwaltungsrat-Ausschusssitzungen, sowie ein bis zwei ganztägige Klausuren pro Jahr. Hinzu komme die persönliche Vor- und Nachbereitungszeit. Gesucht wird insbesondere nach künftigen Verwaltungsräten mit Wissen in den Bereichen Investitionen, Infrastruktur und Digitalisierung.

Sieben bis neun VR-Sitze

Wer in den Verwaltungsrat eintreten wird, ist von zentraler Bedeutung. Immerhin erwarten die beiden Kantone, dass die neue Spitalgruppe 1,5 Milliarden Franken Umsatz macht. Da dürfte es sich um ein Versehen handeln, dass auf der Job-Plattform Linkedin die Posten im Verwaltungsrat unter der Rubrik Karrierestufe als Job für Berufseinsteiger bezeichnet werden. Der neue Verwaltungsrat wird aus sieben bis neun Mitgliedern bestehen. Die kantonalen Stellen arbeiten bei der Sichtung der Bewerbungen offenbar schnell. Erste Interessierte haben schon Absagen erhalten, wie das Portal «Medinside» berichtet.

Neben der Besetzung des Verwaltungsrats gehen die Spitäler auch die künftigen Versicherungsleistungen an. Ein sogenannter Versicherungsbroker soll das gesamte Versicherungsportfolio der künftigen Spitalgruppe unter die Lupe nehmen. Dieses beträgt heute jährlich rund 14 Millionen Franken. Alleine für Personenversicherungen sind in internen Unterlagen 10,4 Millionen Franken ausgewiesen. Wie viel dies in Zukunft sein wird, ist nun Gegenstand der Aufgaben des gesuchten Versicherungsbrokers.

Bis zum 1. Januar 2020, also dem geplanten Start der Spitalgruppe, sollen unter anderem eine Risikoanalyse durchgeführt und verschiedene Varianten von künftigen Versicherungskonzepten erarbeitet werden. Der Vertrag mit dem Versicherungsbroker wird aber erst nach einem allfälligen Ja zur Fusion unterschrieben, heisst es beim Unispital.

Die gesamten Kosten für den Fusionsprozess beziffern die Kantone auf rund 13 Millionen Franken. Einige Dinge, wie nun etwa der Versicherungsbroker, müssen bereits im Vorfeld der Abstimmungen aufgegleist werden. Denn sonst reiche die Zeit von der Abstimmung bis zum geplanten Start ab 1.1.2020 nicht, um alles durchzuführen, erklärte Unispital-Sprecher Thomas Pfluger im Januar in der bz. Wie viel Geld bereits geflossen ist, ist unklar, dürfte sich aber im Millionenbereich bewegen. Alleine die Gestaltung eines Logos ist nicht gerade günstig. Die Markenstrategie sei derweil noch nicht abgeschlossen, heisst es auf Anfrage beim Gesundheitsdepartement.

Auch bei – auf den ersten Blick – Detailfragen haben die Spitäler zusammen Vorarbeiten geleistet und gleich die Arbeit aufgeteilt. So etwa bei der Sicherung von Internetseiten. Mögliche Namen sind entweder auf das Unispital oder auf das Kantonsspital Baselland eingetragen. Ebenso gesichert wurde der Markennamen «Nordwest». Schliesslich wird die neue Spitalgruppe Universitätsspital Nordwest heissen.