Knapp zwei Tage kämpften sich die drei Richter durch die Akten, und am Donnerstag hagelte es Schuldsprüche: Das Basler Strafgericht verurteilte die vier Männer wegen Angriffs sowie versuchter schwerer Körperverletzung zu bedingten Freiheitsstrafen zwischen 16 und 22 Monaten. Dazu kommen Verfahrenskosten von jeweils rund 10'000 Franken.

Die schlimmsten Verletzungen trug ein Passant davon, der die Schläger während der Prügelei zum Aufhören aufforderte: Nebst einer Gehirnerschütterung und diversen Verletzungen an Lippen und Kinn musste er auch mehrere Zahnbehandlungen über sich ergehen lassen.
Das Gericht verurteilte deshalb die vier Männer solidarisch zu einer Genugtuung von 5000 Franken. Ein weiteres Opfer erhält eine Genugtuung von 1000 Franken.

Nicht jeder Schlag und jeder Tritt konnte eindeutig den einzelnen Angeklagten zugeordnet werden, doch alle vier wurden als Mittäter insbesondere bei den Tritten an den Kopf des liegenden Opfers in die Pflicht genommen. Zwar könne man nur die eigenen Handlungen kontrollieren. «Aber man sieht ja, was die anderen machen. Wenn man dann mitmacht, ist das mittäterschaftlich», begründete Gerichtspräsidentin Kathrin Giovannone den Schuldspruch.

Gemilderte Strafen

Auf die Vergangenheit zweier Verurteilter in der Rockergruppe «United Tribuns» ging das Gericht nicht ein. Die Strafen wurden allerdings wegen «Enthemmung durch Alkohol und Drogen» sowie teilweise wegen eines Geständnisses und einer erfolgreich abgeschlossenen Entzugstherapie etwas gemildert. Eigentlich wären für die vier Männer Freiheitsstrafen in der Höhe von 33, 30 und 24 Monaten angemessen gewesen, was zumindest in den ersten beiden Fällen mindestens zu teilbedingten Freiheitsstrafen geführt hätte.

Die Prügelei aus dem Jahr 2015 blieb aber zu lange in den Schubladen liegen, laut der Gerichtspräsidentin hatte die Staatsanwaltschaft über zwei Jahre hinweg keine Untersuchungshandlungen vorgenommen. Dies wertete das Gericht als Verletzung des Beschleunigungsgebotes, entsprechend kürzte sie die Strafen pauschal um jeweils einen Drittel. Das Resultat: Für zwei Männer je 16 Monate, für die anderen 20 und 22 Monate bedingt. Die Urteile können sie noch weiterziehen. (rud)