Vieles war schon durchgesickert. Nun ist es offiziell. 44 Millionen Franken muss die Universität Basel bis 2021 einsparen. So lautet der Auftrag der beiden Trägerkantone Basel-Stadt und Baselland. Bis 2021 reduzieren sie ihre Beiträge gegenüber 2017 um insgesamt 12,4 Millionen Franken. Nun hat die Uni bekannt gegeben, wie sie die «Herausforderung» für diese Leistungsperiode meistern will.

Damit die Sparschraube nicht allzu stark angezogen werden muss, schöpft die Uni-Leitung sämtliche buchhalterischen Möglichkeiten aus. So sollen einerseits die Einzahlungen in den

Immobilienfonds um 37,8 Millionen Franken reduziert werden. Künftige Bauprojekte würden auf Basis der zur Verfügung stehenden Mittel priorisiert. Andererseits werden auch finanzielle Reserven in der Höhe von 20 Millionen aufgelöst.

Eingespart werden 22,1 Millionen

Dennoch kommt die Universität um schmerzhafte Sparmassnahmen nicht herum: Im Bereich Lehre und Forschung schlagen nochmals 22,1 Millionen Franken zu Buche. Macht summa summarum sogar 79,9 Millionen Franken. «Weil der Universitätsrat bereits Entscheide gefällt hatte, die zu höheren Ausgaben führen, müssen wir mehr sparen, als die beiden Regierungen ursprünglich vorgerechnet haben», erklärt Uni-Sprecher Matthias Geering. Dazu zählt etwa ein Ausbau beim Medizinstudium.

Um ebendiese 22,1 Millionen während der vierjährigen Leistungsperiode einsparen zu können, müssen sämtliche Fakultäten und Departemente ihre Budgets um durchschnittlich 2,5 Prozent kürzen. Ergo trifft es beispielsweise die grosse PhilosophischHistorische Fakultät mit rund 900'000 Franken. 250 000 Franken lautet die Spar-Vorgabe für die juristische Fakultät. Zum Opfer fallen ihr unter anderem die Tutorate im zweiten und dritten Studienjahr.

Bereits bekannt war, dass die Fächer Vorderasiatische Archäologie und Historisch-vergleichende Sprachwissenschaft komplett gestrichen werden. Schwer wiegt aber auch, dass in der Hispanistik, Germanistik, Medienwissenschaft und Geschichte jeweils eine ordentliche Professur durch eine auf fünf Jahre befristete Assistenzprofessur ersetzt werden soll.

Die Umsetzung der Sparvorgaben habe die Universitätsleitung in den vergangenen Monaten in engem Austausch mit den Fakultäten und Verwaltungseinheiten vollzogen, betont sie in einer gestern verschickten Medienmitteilung. «Oberstes Ziel war es, nachhaltigen Schaden für die Universität Basel möglichst zu vermeiden und die Auswirkungen auf den Bereich der Lehre möglichst gering zu halten, damit die Universität Basel weiterhin als attraktiver Ort für ein Studium wahrgenommen wird.» Aus diesem Grund werde auch auf eine Erhöhung der Studiengebühren verzichtet.

Bei Dozenten und Studierenden stossen die Sparpläne dennoch auf grosses Unverständnis, was wiederum die Universitätsleitung nachvollziehen kann. Sie hatte aber bereits im Vorfeld klargestellt, dass einzelne Solidaritätsbekundungen nicht am Fahrplan der Uni rütteln könnten. Der Sparplan sei als Gesamtpaket geschnürt.

«Kann nicht lange so weitergehen»

Die Universitätsleitung betont gleichzeitig, dass es auch Positives zu vermelden gebe. Ein gravierender Imageverlust aufgrund der Einsparungen soll unbedingt vermieden werden. So werde die Uni in den kommenden Jahren trotzdem strategisch wichtige Projekte lancieren können. Dies sei nicht zuletzt möglich dank der grossen Erfolge bei der Gewinnung von Drittmitteln.

Deren Zusprache setze allerdings voraus, dass die Uni gleichzeitig entsprechende Eigenmittel aufwendet. Als Beispiel genannt wird der Bereich Augenheilkunde, wo die Uni dank Mitfinanzierung von Novartis mit einem Betrag von 100 Millionen Franken sowie dem Kanton Basel-Stadt mit 12,5 Millionen gemeinsam das «Institute of Molecular and Clinical Ophthalmology Basel» aufbauen kann. Dieses soll zu einem der weltweit besten Zentren auf seinem Gebiet werden.

Doch auch der Unileitung ist bewusst: Der Hochschule stehen schwere Zeiten bevor. Die Leistungsperiode 2018 bis 2021 werde von ihr aufgrund stagnierender Rahmenbedingungen und laufender Verhandlungen der Trägerkantone als eine «Übergangsperiode» angesehen. «Langfristig aber kann das nicht so weitergehen», hatte Universitätsratspräsident Ulrich Vischer kürzlich gegenüber der bz betont.

Oder wie es die Unileitung in ihrer Mitteilung diplomatisch ausdrückt: Angesichts der Investitionen der Konkurrenz im In- und Ausland sollte davon ausgegangen werden, dass in der folgenden Legislaturperiode wieder Rahmenbedingungen definiert werden, die eine nachhaltige Entwicklung der Universität ermöglichen.