Vor über einem Jahr beschloss der Regierungsrat, das Felix Platter-Spital und die dazugehörigen Gebäude abzureissen, um Platz für 500 bis 550 neue Genossenschaftswohnungen zu machen. Gegen diesen Entscheid hatten der Heimatschutz Basel und die Freiwillige Basler Denkmalpflege Rekurs eingelegt

Die Freude ist gross. Die Erleichterung auch. Die monatelange Blockade ist gelöst. Die Basler Regierung auf der einen Seite sowie der Heimatschutz und die Freiwillige Basler Denkmalpflege auf der anderen Seite haben sich aussergerichtlich einigen können: Der Hauptbau des Felix Platter-Spitals soll visuell erhalten bleiben und zu Wohnzwecken umgenutzt werden. Die ehemaligen Schwesternhäuser und Verbindungsbauten dagegen werden abgerissen. Auf dem Areal sollen dereinst 500 bis 550 genossenschaftliche Wohnungen entstehen.

Der Heimatschutz und die Denkmalpflege begrüssen den neuerlichen Entscheid der Regierung in einer gemeinsamen Mitteilung. Gleichzeitig erklären sie, dass sie ihren Rekurs beim Appellationsgericht bereits zurückgezogen hätten. Noch vor gut einem Jahr hatte die Regierung nämlich beschlossen, das Felix Platter-Spital und die dazugehörigen Gebäude allesamt abzureissen. So sollte Platz geschaffen werden für neue Genossenschaftswohnungen. Gegen diese Nichtunterschutzstellung hatten sich Heimatschutz und Denkmalpflege zur Wehr gesetzt.

Wertvolle Bausubstanz

Nun aber ist der Streit beendet. Konkret sieht die Einigung vor, dass der Hauptbau ins Denkmalverzeichnis eingetragen wird. Der Bund der Schweizer Architekten bezeichnete ihn als «anschauliches Beispiel für die Nachkriegsmoderne». Nötige bauliche Veränderungen zu Wohnzwecken bleiben aber trotz der Unterschutzstellung möglich. Erhalten bleiben sollen die Kantine, die Küche sowie der Versammlungsraum.

Mit dem Schutz des Hauptbaus könne ein Basler Grossbau aus der Nachkriegsmoderne erhalten werden, der durch seine serielle Eisenbeton-Skelettbautechnik überzeuge, freuen sich Heimatschutz und Denkmalpflege. «Damit kann auch der kostspielige Abbruch eines riesigen Bauvolumens und die Vernichtung von gut unterhaltener Bausubstanz vermieden werden.» Gemäss einem Gutachten würden alleine der Abbruch und die Befestigung der Baugruben für die Neubauten rund 7,5 Millionen Franken kosten.

Gute Ausgangslage

Der Entscheid wird laut der Basler Regierung auch vom regionalen Dachverband der Wohngenossenschaften (WBG Nordwestschweiz) und der Baugenossenschaft wohnen&mehr, die den Hauptbau umnutzen wird, begrüsst. Die Genossenschaftsorganisationen schreiben in einer Mitteilung von einer «sehr guten Ausgangslage für die Realisierung eines genossenschaftlichen Modellprojektes und die Schaffung eines attraktiven Quartiers im Quartier» mit wenig Verkehr. Der Hauptbau sei «in diversen Bereichen veränderbar und somit klar besser nutzbar».

Gemäss Genossenschaften kann der Grosse Rat im Herbst 2016 über den Bebauungsplan für ihre Projekte entscheiden. Konkret sollen allein im Spital-Hauptbau rund 130 Wohnungen entstehen. Welche halb- und öffentlichen Nutzungen im Sockelgeschoss Einzug halten, zeige sich in den kommenden Jahren. Eine gute Durchmischung werde angestrebt.

Bis 2017 will wohnen&mehr zusammen mit den Behörden den städtebaulichen Rahmen für das Areal erarbeiten, wie es weiter hiess. Erst dann werden konkretere Bilder zur Gestaltung und Nutzung in Aussicht gestellt. Ab 2018 sollen die einzelnen Baufelder projektiert und ab 2019 erste Wohnhäuser neu gebaut werden.