«Liebe Kundin, lieber Kunde, wir haben da ein Problem.» Briefe, die so oder ähnlich beginnen, haben in den letzten Tagen und Wochen Versicherte von Sympany und Helsana bekommen. Denn ihre Krankenkassen liegen im Streit mit dem Universitätsspital Basel (USB). Genauso wie auch die Concordia.

Die letzte Verhandlungsrunde ist vor einer Woche gescheitert. Ob und wann es eine weitere gibt, ist offen, auch wenn offenbar wieder etwas Bewegung in die Sache kommt, wie eine Quelle bei einer Krankenkasse zur bz sagt.

Momentan erhalten jedenfalls Patienten am USB für alle Leistungen, die über die allgemeine Grundversicherung hinausgehen, eine Rechnung vom Spital – diese zu den Höchsttarifen, die die Versicherungen eingeführt haben, da ein vertragsloser Zustand zwischen Spital und Krankenkassen besteht. Im Begleitschreiben bedauert das USB, so verfahren zu müssen.

Unterschiedliche Taktik

Soweit die Gemeinsamkeiten. Doch wer bei der Sympany, dem Platzhirsch auf dem Basler Krankenkassenmarkt, versichert ist, der hat Glück. Die Sympany bezahlt die Rechnung für den Patienten. Sie will aber, dass der Versicherte der Versicherung alle Rückforderungsansprüche abtritt; dies in der Hoffnung, einen Teil der zu viel bezahlten Behandlungskosten zu einem späteren Zeitpunkt vom USB zurückverlangen zu können.

«Wir haben zwar auch die Höchsttarife eingeführt, aber vor allem wollen wir, dass unsere Kunden schadlos bleiben», sagt Jacqueline Perregaux, die Sprecherin von Sympany.

Das heisst aber nicht, dass die Sympany diese Politik auf unbestimmte Zeit fortsetzen wird. Das Risiko, auf den Forderungen sitzen zu bleiben, steigt stetig an. Eine Einigung in einem Tarifstreit ist nicht garantiert und kann lange dauern, wie der Streit der Solothurner Spitäler mit der Helsana 2016 zeigte. Dort lag man sich zwei Jahre lang in den Haaren, und die Finanzmarktaufsicht Finma musste sich einschalten, ehe eine Einigung erzielt wurde.

Jährlich grüsst der Tarifstreit

Im Streit zwischen dem USB und den Krankenkassen Helsana, Concordia und Sympany wird um komplexe Sachverhalte wie Transparenz und «Bottom-up»-Verfahren gerungen. Am Ende geht es aber schlicht und einfach ums Geld. Das USB und die Kassen werden sich nicht einig, wie viel die Leistungen des Spitals kosten dürfen. Diese Tarife müssen jährlich neu festgelegt werden, obwohl alle Beteiligten sagen, sie hätten gerne längerfristige Lösung.

Im Streit argumentiert Stefan Heini, Mediensprecher der Helsana-Krankenversicherung, mit den Preissteigerungen, die das USB verlangt: «Das Preisangebot des USB würde für die Prämienzahler eine Kostensteigerung von 50 Prozent auf Hotellerie und Pflegekosten bedeuten».

Seitens des USB argumentiert Sprecher Martin Jordan mit der Vergleichbarkeit der Preise zwischen Basel, Bern und Zürich: «Eine der Versicherungen zahlt am Universitätsspital Zürich Tagespauschalen von 960 Franken in der Privatabteilung und 532 Franken in der Halbprivatabteilung. Dem USB wurden Tagespauschalen von 210 beziehungsweise 325 Franken angeboten.»

Diese enormen Differenzen zwischen vergleichbaren Spitälern in vergleichbaren Regionen seien für das Basler Unispital schlicht «nicht akzeptabel».