«Ich bin noch jedes Mal wahnsinnig nervös, als ob ich zum ersten Mal auf der Bühne stehe.» Es sind die Worte von Walter Aeppli, Mitbegründer und Frontmann der Basler Band «Dief-Flieger». Vor dem 20. «Dief-Flieger-Oobe» habe er sich vorgenommen, alles ein wenig ruhiger zu nehmen. «Ich werde aber nervös, wenn sich der Vorhang öffnet», sagt er. Alles möchte der eigentlich routinierte Sänger und Liedermacher beim Jubiläum noch intensiver aufsaugen.

Ein Bebbi-Sagg als Bass

Die inoffizielle Bandgeschichte geht bis ins Jahr 1992 zurück. Beim ersten Basler Kellerabstieg spielten die vier Kollegen spontan und nannten sich fortan Dief-Flieger. «Wir flogen damals ja quasi in die Keller hinunter», lacht Aeppli herzhaft, als er von den Gründungszeiten spricht. Doch schon früh wurde das Bandprojekt ernster angegangen. Die Dief-Flieger sind ihrem grundsätzlichen Stil treu geblieben, haben sich aber musikalisch stark weiterentwickelt. «Zu Beginn wurde gelacht und uns nachgesagt, wir seien nur eine Plauschband», erinnert sich Aeppli. In den offiziellen Anfangszeiten 1993 sei dies schon so gewesen. Zu viert starteten die Dief-Flieger mit fünf Liedern im äusseren Ring von Basel. Eine akustische Gitarre und eine Handorgel gehörten damals noch zum bescheidenen Equipment der Band. Ein aufgeblasener Bebbi-Sagg diente als Bass. Schon bald häuften sich die Proben, der Aufwand stieg. Mit den Veränderungen kam es auch zu Wechseln innerhalb der Band.

Geblieben ist Walter Aeppli. «Ich habe mich der Band verschrieben und verwirkliche mich auch darin.» Mit den neuen Bandmitgliedern kamen auch immer mehr Instrumente und musikalische Aspekte hinzu. Doch der Humor und die Ironie sind auch geblieben. «Die Leute würde es schon freuen, wenn wir 20 Jahre lang das Gleiche machen würden», ist Walter Aeppli überzeugt. «Doch es kämen einfach keine Neuen dazu und uns würde mit der Zeit langweilig.»

«Jedes Lied sehr individuell»

Bereits 1994 folgte der erste «Dief-Flieger-Oobe». Diese sind mittlerweile aus dem musikalischen Herbst Basels nicht mehr wegzudenken. Ein wichtiger Stützpfeiler der Band und ebenfalls Gründungsmitglied ist Roland Pfister. Als Regisseur, Designer und selbst ernannte «graue Eminenz» der Dief-Flieger hatte er während der 20 Jahre einen grossen Einfluss auf die Gruppe. «Ich kenne keine Band, die einen solchen Ausstoss an neuem Material hat. Und jedes Lied ist dabei sehr individuell. Auch können sie sehr ernsthafte Lieder komponieren.»

Beliebte Lieder kommen auf CD

Klassiker wie das «Säuli», «Bötzbärg», «Jä nai hösch» und die «Glaibasler Wälle» können auch junge Musikfans in Basel mitsingen. Von «Wär nit gumpt, dä isch kai Basler» verkauften sie 2002 über 20 000 Stück. Dass die Dief-Flieger anders sind als die meisten übrigen Bands, zeigt sich schon an ihrer Liederstrategie. «Zuerst spielen wir Lieder über zwei bis drei Jahre live. Kommen sie beim Publikum an, pressen wir sie auf CD», erklärt Aeppli das etwas spezielle Erfolgsrezept.

(Quelle: Youtube.com)

Dief-Flieger live

Von den 19 legendären Abenden im Herbst und von den CD-Taufen können Roland Pfister und Walter Aeppli lange Geschichten erzählen. Von 3000 «VIP-Gästen» im Messezentrum, von fingierten Sicherheitsbeamten mit Steckern im Ohr und vom Frontmann Aeppli in Frauenkleidern. Seit 20 Jahren heisst es in Basel «Fliege si mit». Ein Ende ist nicht in Sicht.