Die Forschenden haben ihre Erkenntnisse am Freitag in der Fachzeitschrift «JAMA Network Open» publiziert. Ihre Studie basiert auf Daten des Bundesamtes für Statistik von über 2,4 Millionen Spitaleintritten in der ganzen Schweiz von 2009 bis 2015, also drei Jahre vor bis vier Jahre nach der Einführung des SwissDRG-Systems.

Eine der Befürchtungen vor der Einführung der schweizweit einheitlichen Tarife für stationäre Spitalleistungen waren verfrühte Austritte, so genannte «bloody exits». Nun wurden erstmals Effekte auf die Liegedauer, Sterblichkeit und Wiedereintritte untersucht, wichtige Indikatoren für Effizienz und Versorgungsqualität.

Über den gesamten untersuchten Zeitraum ging die Liegedauer von 8 auf 7,2 Tage stetig zurück. Mit SwissDRG hat sich dieser Trend aber laut einem Communiqué nicht beschleunigt. Ähnlich nahm auch die Spitalsterblichkeit über die ganzen sieben Jahre ab.

Angestiegen ist hingegen die Rate jener, die innerhalb von 30 Tagen nach ihrer Entlassung erneut ins Spital kommen, und zwar von 14,4 auf 15,0 Prozent. Dieser Anstieg sei zwar leicht, aber statistisch signifikant, lässt sich Studienautor Alexander Kutz zitieren. Möglicherweise könne dies auf verfrühte Entlassungen hinweisen.

Allerdings liessen sich direkte Wirkungszusammenhänge kaum ableiten, weil andere Faktoren wie zum Beispiel die poststationäre Mortalität nicht in die Studie einbezogen worden waren. So brauche es noch «ergänzende, allenfalls sensiblere Analysen» zu den Auswirkungen der SwissDRG-Einführung auf Patientenschaft, Personal und Spitäler.