«Während sie die Stufen zur Bibliothek hinablief, konnte Furia die Geschichten schon riechen: den besten Geruch der Welt.» Wenn Basler Jugendliche eine Bibliothek betreten, sollen sie das gleiche empfinden wie Furia; die Titelheldin aus «Die Seiten der Welt» von Kai Meyer.

Die Stadtbibliotheken Basel und Aarau lancieren dazu das Projekt «Ready to Read». Ein Lesewettbewerb, der Jugendliche in die Welt der Bücher führen soll. «Wir wollen zum Lesen, aber auch zum Nachdenken ermuntern», sagt Klaus Egli, Direktor der GGG-Stadtbibliothek. Wer mindestens eines der Bücher liest und auf der Website des Projektes bewertet, nimmt am Wettbewerb teil. Dazu können die Jugendlichen aus 20 Büchern auswählen. Eines davon: «Die Seiten der Welt».

Von jedem Buch sind im Netz der GGG-Stadtbibliothek 17 Exemplare vorhanden, die ausgeliehen und zu Hause gelesen werden können. Neben den Büchern stehen den Jugendlichen auch zehn Comics zur Auswahl. Erst spät habe man sich entschlossen, Comics in den Wettbewerb aufzunehmen, sagt Egli. Zweck: Sie sollen auch lesefaulere motivieren beim Wettbewerb mitzumachen. «Jungs sind schwerer zum Lesen zu bringen», sagt Egli.

Sind auch die Comics der Motivation nicht genug, sind es vielleicht die Preise. «Zu gewinnen gibt es ein Mini iPad, ein cooler Haarschnitt und vieles mehr», sagt Egli. Für die kreativen Köpfe wird zudem ein Zeichnungswettbewerb durchgeführt. Gesucht wird das schönste Cover zu einem der 20 Bücher.

Idee aus Österreich importiert

Die Idee zu «Ready to Read» hat seinen Ursprung im Südtirol. Egli entdeckte in seinen Ferien eine neue Art der Leseförderung: «Lesamol», ein Wettbewerb für Jugendliche, den die Bibliotheken im Südtirol einmal im Jahr durchführen. Die Schweizer Kopie startete am 11. Juni und dauert bis zum 15. Oktober. Leseförderung sei eine der zentralen Aufgabe der GGG-Stadtbibliothek, so der Direktor. «Bisher haben wir vor allem viel für Kinder unter zwölf Jahren geboten.» 941 Veranstaltungen organisierte die Institution 2014 für ihre kleinsten Kunden. «Für Jugendliche haben wir die letzten Jahre wenig gemacht.» Mit «Ready to Read» soll sich dies ändern.

Wobei der Funken zuerst noch auf die Jugendlichen überspringen muss. «Es braucht seine Zeit, bis ein solches Projekt Fahrt aufnimmt», sagt Egli. Dies ist auch an der Anzahl Bewertungen ersichtlich. Bisher haben nur wenige Jugendliche auf der Website ein Buch bewertet. Die Bibliotheken hoffen auf nach den Sommerferien; auf viele teilnehmenden Schulklassen. Die Durchführung im nächsten Jahr ist aber bereits gesichert. Der Direktor der GGG-Stadtbibliothek: «Einmal ist keinmal.»

www.readytoread.ch, 11.6. bis 15.10.