Während der Abstimmungskampf ums Mega-Aquariumprojekt Ozeanium allerhand Basler Tierliebhaber spaltet, arbeiten zwei Paar kräftige Hände in der Markthalle an einem Fischprojekt von etwas anderem Ausmass. Verhältnismässig gross wird es aber allemal: Hier entsteht auf Anfang Juni der geräumigste Basler Frischfischladen.

Auf rund 100 Quadratmetern richtet derzeit «Fish and more» eine ausladende Ladenfläche ein, inklusive Muschelbecken im Meeres-Biotop. Die beiden Betreiber sind Markthallengästen bereits bekannt: Seit gut einem Jahr betreiben Maurizio Rovito und Yannick Alder den gleichnamigen Foodstand mit integriertem Fischhandel auf wenigen Quadratmetern.

Nun werden sie eines der Ladengeschäfte am Rand der Markthalle beziehen. Damit reihen sie sich ein in die neue Generation Frischmarktläden, die in der Halle entstehen. Bereits etabliert sind unter anderem der Bioladen, der Frischwarenmarkt, die Bäckerei und die Käserei – jetzt kommt also Fisch hinzu.

Italianità am Rheinknie

Rovito ist eine der treibenden Kräfte bei der Einrichtung. Er schwärmt von der Frische der Ware und dem Angebot. Schliesslich soll «Fish and more» bis zu vier Mal wöchentlich Direktimporte an Fisch und Meeresfrüchten erhalten. Das ist bis zu doppelt so oft wie bei Grossverteilern üblich. Der Stolz der Einrichtung ist aber das Muschelangebot. «Wir bieten in mehreren Becken frische Muscheln an, die wir im Laden halten können», so Rovito. Frischer gibts die Austern und Vongole nur, wenn man sie direkt aus dem Meer holt.

Hinter «Fish and more» steckt die Firma Sealike, die sich auf Fischimporte spezialisiert hat. Abnehmer des Ladens sollen nicht nur Endkunden sein, die sich bereits jetzt am kleinen Stand mit Fischprodukten eindecken können, sondern auch Gastro-Unternehmen.

Die lokale Szene kennt Rovito gut. Er hat schon in mehreren etablierten Küchen in Basel gearbeitet, bevor er sich in Italien in den Bereichen Pasta und Fisch weiterbildete. Als das Projekt vor anderthalb Jahren startete, sei er begeistert gewesen. «Eine Fischtheke wie in Italien, wo nicht nur verkauft, sondern auch gekocht wird, das fehlte hier – und das konnten wir bieten.» So werden die Speisen nun auch im neuen Ladengeschäft zubereitet. Neben der ausladenden Theke, den Kühlelementen und den Muscheltanks wird derzeit auch eine Küche eingebaut. Im Mai wird das Geschäft noch fertig eingerichtet. Läuft alles nach Plan, wird der laden in wenigen Wochen bereit sein.

Schon heute eine halbe Tonne Fisch pro Monat

Bereits heute setzen die Köche grosse Mengen an Meerestieren in der Markthalle um. Pro Woche verkauft und verarbeitet das Team deutlich über 100 Kilogramm Ware, «das ergibt pro Monat also rund eine halbe Tonne Fisch, die wir schon am Stand verkaufen», so Rovito.

Während es im Laden also frische Muscheln zu sehen geben wird, werden keine lebendigen Fische vorgeführt. Klar liebäugelte man erst mit einem Aquarium, «aber damit hast du nur Scherereien», sagt Rovito. Tierschutz-Auflagen, Tierschützerbeschwerden, Unterhalt und überhaupt: «Fish and more» wird ein Laden und kein Zoo. Rovito lacht und sagt: «Und wir wollen hier sicher keine Demonstrationen im Geschäft.»

Derweil hat Basel bereits eine andere neue Fischtheke erhalten: Dieses Wochenende lud die Firma Transgourmet zur Eröffnung des «Frischeparadieses» an der Singerstrasse. Im Gegensatz zu den spezialisierten Importeuren in der Markthalle bildet der Fischbereich dort allerdings nur einen Teil des gesamten Frischwarensortiments.