Am Mittwoch wurden im Business Park Basel an der Hochbergerstrasse die neuen Entwicklungslabors von Lonza eingeweiht. Für die Produzentin von chemischen und biologischen Wirkstoffen bedeute das eine neue Strategie, von dem der Standort Basel profitieren werde, sagte Lonza-Chef Richard Ridinger. Im Business Park auf dem Stücki-Areal werden zunächst Formulierungen für biologische Wirkstoffe entwickelt. Ein weiteres Gebiet ist die Qualitätssicherung der Primär-Verpackung (Ampullen) und die Qualitätskontrolle. Diese sind deshalb wichtig, weil die «Biologics» sehr empfindlich sind und nicht eingenommen, sondern gespritzt werden.

Kunden sind Firmen

Lonza entwickelt diese Qualitätskontrollen, Analysen und Formulierungsentwicklungen zusammen mit ihren Kunden, das sind grosse und kleinere Pharmafirmen. Produziert im eigentlichen Sinne werden hier aber nur kleinere Labor-Quantitäten. 

Es zeige sich, dass Lonza offenbar ein Marktbedürfnis erfülle. «Unser Set-up stimmt, wir haben erste Kunden. Schon in den kommenden Monaten werden entsprechende Investitionsentscheide gefällt», sagte Ridinger am Rande der Veranstaltung zur bz.

Geschwindigkeit ist auch in dieser Branche ein Thema. Die Labors entstanden in Rekordzeit. Vor einem Jahr sei die strategische Entscheidung gefällt worden – jetzt gehen die Labors in Betrieb. Die finanzielle Investition bewegt sich in einem «hohen einstelligen Millionenbetrag» sagte Ridinger gegenüber der bz.

Wichtiger noch als das investierte Geld seien aber die hier beschäftigten Spezialistinnen und Spezialisten, derzeit 25 an der Zahl. Sie dürfte sich auf 100 erhöhen. Es ist die Personalfrage, die den Entscheid für den Standort Basel leicht gemacht habe: Die Region hat ein grosses Reservoir an hervorragenden Talenten. Einige dürften bei Roche und Novartis abgeworben worden sein. «Hier haben wir den Zugang zu den neuesten Technologien und weltweit führenden Fachleuten. Die Stadt ist ein Innovationszentrum der Pharmabranche.»

Bei der Zuwanderungsproblematik vertraut Ridinger auf «pragmatische politische Lösungen», und er weiss, dass er bei den hiesigen Behörden auf offene Ohren stösst.

Business Park: Ausstrahlung

Wirtschaftsminister Christoph Brutschin war denn am Mittwoch auch zugegen und freute sich sehr, dass sich Lonza für den Standort Basel gegenüber einer grossen Konkurrenz andernorts durchgesetzt habe. Und dass sich Lonza für den Business Park Basel, eine Initiative des Stadtkantons, entschieden habe.

Zusammen mit den 14 Start-up-Firmen im selben Gebäude und den Erweiterungsplänen des Business Parks würde dieser weiter an Ausstrahlung im Bereich der Spitzentechnologie gewinnen. «Diese neue Einrichtung kann nicht nur globale, etablierte Pharmakunden unterstützen. Auch kleine Startups, die sich bevorzugt in Basel ansiedeln, profitieren von dieser hochmodernen Anlage», sagte Brutschin.