Die BaselCard wird hauptsächlich von Freizeittouristen genutz aber von Geschäftsreisenden bezahlt. Die neue Regelung schafft nun etwas mehr Gechtigkeit.

Bereits seit Januar 2018 müssen in Basel-Stadt auch Gastgeber von Airbnb-Unterkünften eine Gasttaxe von vier Franken pro Gast und Tag erheben. Bislang lag es in der Verantwortung jedes Gastgebers, den Betrag von seinen Gästen einzufordern und an das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) weiterzuleiten.

Das wird sich nun ändern, denn ab dem 1. September wird Airbnb die Gebühren bei der Buchung selbst einfordern und an das AWA weitergeben. «Diese Neuerung begrüssen wir sehr, denn sie schafft Gerechtigkeit und verringert den administrativen Aufwand», sagt der Tourismusdirektor Daniel Egloff.

Gratis Tram fahren

Das Geld, das durch die Gasttaxe eingenommen wird, verwendet die Stadt, um die Infrastruktur für die Touristen aufrecht zu erhalten. Ein grosser Teil fliesst beispielsweise in die BaselCard. Mit dieser Gästekarte können die Besucher umsonst Tram und Bus fahren, das freie Wlan nutzen und ermässigt ins Museum, ins Theater und in den Zoo.

Egloff betont: «Es ist nur fair, die Airbnb Gäste nun auch zur Kasse zu bitten, denn es sind vor allem diese Freizeittouristen, die das Angebot der BaselCard und die Infrastruktur in Basel nutzen.» Die zahlreichen Messe- und Kongressbesucher, welche die Gasttaxe bisher hauptsächlich bezahlt haben hingegen, seien geschäftlich unterwegs und nutzen deshalb das Freizeitangebot nur sehr gering.

Bewusste Quersubeventionierung

«Hier findet bewusst eine Quersubventionierung statt. Ohne die Unterstützung der geschäftlich Reisenden, wären nicht genügend finanzielle Mittel vorhanden, um die BaselCard für die Freizeittouristen zu bezahlen.»

In Basel wurden im vergangenen Jahr 20 000 Gästeunterkünfte über Airbnb gebucht. Im Kontrast zu den 1 328 047 Übernachtungen, die in den 65 Basler Hotels gezählt wurden, scheint diese Zahl verhältnismässig klein.

Vergleicht man allerdings die Anzahl zur Verfügung stehenden Betten bei Airbnb (6 455 Betten im Jahr 2017) mit denen der Basler Hotelerie (8 692 Betten im Jahr 2017) wird deutlich: Bei der Vermittlungsplattform ist eine Grosszahl der Betten nur selten beleget. Airbnb hat also starkes Potenzial auch in Basel noch weiter zu wachsen. Für die lokale Hotelleriebranche bedeutet das weiterhin grossen Konkurrenzdruck.