Das Wetter hat es gut gemeint mit den Basler Detailhändlern. Es war kalt, aber nicht eisig und vor allem trocken an diesem zweiten verkaufsoffenen Sonntag. Die dünnen Schneeflocken, die sich gegen 15 Uhr kurz beim Tinguely-Brunnen zeigten, blieben die Ausnahme. Beim Weihnachtsmarkt am Barfi war stellenweise kaum ein Durchkommen, und am Maronistand hiess es geduldig anstehen.

Nur die Aussenplätze beim Café Huguenin waren nicht alle besetzt. Trotz bereitgestellter roter Decken war es den meisten wohl doch zu kalt, um draussen Café zu trinken. Im gut geheizten Starbucks an der Freien Strassen stauten sich die Gäste und warteten geduldig an der Kasse. Überhaupt die Freie Strasse: Sie wurde ihrem Ruf als Basels Haupteinkaufsstrasse gerecht. Hier strömten die Massen, und die Innenstadt brummte.

Auf die ganze Stadt verteilt, fanden sich die unterschiedlichsten Musiker: Da gab es am Brunnen vor dem Aufgang zum Münsterplatz ein Paar, das klassische Weihnachtslieder intonierte, weiter unten in der Freien Strasse eine ganze Band, die viele Zuhörer anzog, aber auch einen einzelnen Violinisten in der Gerbergasse oder im Gerbergässlein eine Sängerin, die in Begleitung eines Gitarristen auftrat.

Am Spalenberg geht es ruhiger zu

Ruhiger wurde es in der Schneidergasse und am Spalenberg. Sie waren zwar gut besucht, aber durchkämpfen musste man sich hier nicht mehr. Auch die kleinen Geschäfte und Boutiquen schienen weniger belagert als der Pfauen, Zara oder der Apple Store in der Freien Strasse. Und während dort so gut wie jedes Geschäft in grossen Lettern und Zahlen auf den Sale hinwies, gab es am Spalenberg auch den einen oder anderen Laden, der mit dem Ausverkauf noch wartet.

Bei Manor in der Greifengasse ist das Politik. «Wir wollen die Weihnachtsstimmung behalten und beginnen mit Ausnahmen mit dem grossen Ausverkauf erst am 27. Dezember», erklärt Direktor Alain Bücheli. Ähnlich argumentiert Karl-Heinz Nothofer, Verkaufschef der Migros Genossenschaft Basel: «Wir fangen nach Weihnachten an. Das macht uns sonst die Weihnachtsstimmung kaputt.»

Bücheli wie Nothelfer zeigen sich zufrieden mit diesem zweiten verkaufsoffenen Sonntag vor Weihnachten. «Es lief sogar leicht besser als letztes Jahr», heisst es bei der Migros, und der Manorchef freut sich: «Es war viel los und eine super Stimmung.»

Jedes Jahr ein Weihnachtsthema

«Sehr zufrieden» über die hohe Frequenz über dem Vorjahr zeigt sich auch Roger Rittscher, Geschäftsführer von Globus in Basel. Wie jedes Jahr wählt Globus für Weihnachten ein besonderes Thema. Diesmal heisst es Grand Hotel Globus, und am Eingang wird man von einem rot gekleideten Concierge erwartet. Mit dem Ausverkauf geht Globus diskreter um. In den Schaufenstern wird keine Werbung dafür gemacht, aber im Kaufhaus selbst gibt es reduzierte Ware. Laut Rittscher ist es schon länger normal, dass der Ausverkauf Anfang oder Mitte Dezember, also vor Weihnachten, beginnt. Im 3. Stock sang ein Chor Weihnachtslieder, im 1. Stock war ein Saxofonist zu hören.

Zufrieden mit diesem zweiten verkaufsoffenen Sonntag zeigt sich auch Mathias F. Böhm, Geschäftsführer von Pro Innerstadt. «Der Umsatz ist durchs Band positiv, manchmal auch drüber.» Man habe auch versucht, mehr Aktivitäten auf den Marktplatz zu bringen. Dort gibt es neben der kleinen Schlittschuhbahn und diversen Essständen auch andere, an denen Blumen, Oliven, Käse oder Brot verkauft wird. «Die Grundstimmung ist besser», sagt Böhm.

Ein Erfolg ist der Weihnachtswunschbaum am Rümelinsplatz, eine Initiative eines Vereins, der den Platz beleben möchte. Eine Vielzahl von Wünschen hängt am Baum. Jemand wünscht sich die Lehrstelle am Theater Basel 2018. Wollen wir hoffen, dass der Weihnachtsmann da helfen kann.