Gifte wie Ammonium, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Chlorbenzole oder Arsen findet man im Grundwasser-Abstrom der Kesslergrube. Nach Schweizer Recht wäre bei einer solchen Deponie die Einkapselung, wie sie die Behörden in Lörrach der BASF erlaubt haben, nicht möglich. Der Zeithorizont von 50 Jahren, innerhalb dem das deutsche Gesetz hier die Nachhaltigkeit beurteilt, ist zu kurz.

Doch das Gesetz lässt die Einkapselung zu. So sieht sich die Umweltbehörde verpflichtet, die umstrittene Methode zu genehmigen. Dabei lässt sie durchblicken, dass sie dem Gutachten, das den Aushub, wie ihn Roche vorbildlich praktiziert als die nachhaltigere Methode bezeichnet, weitgehend folgen kann. Und der Sachbearbeiter hält die Unzufriedenheit der Grenzach-Wyhlener für «nachvollziehbar». So entsteht der Eindruck, dass man einem Gesetz folgen musste, das auf Industriezonen zugeschnitten ist, aber nicht auf eine Deponie mitten in einer internationalen Agglomeration an einem Fluss, der Trinkwasser liefert.

Mit einer rein juristischen Argumentation dürften die Bürger von Grenzach-Wyhlen ihr legitimes Anliegen kaum durchbringen. Es wird vielmehr mit entsprechendem öffentlichem Druck weiterhin eine inhaltliche und politische Diskussion nötig sein. Deshalb dürfen auch Schweizer Politiker und Behörden sich nicht schulterzuckend auf den Standpunkt zurückziehen: «Das deutsche Gesetz ist halt so.» Abgelagert wurde der Giftmüll ursprünglich von Schweizer Firmen. Die Grenzach-Wyhlener jetzt mit den Folgen alleine zu lassen, wäre deshalb kurzsichtig und schäbig.