Mit zehn Plakatsujets hat der Mieterverband Basel heute den Abstimmungskampf zu den beiden Mieterschutzinitiativen lanciert. Dabei betonten Geschäftsleiterin Patrizia Bernasconi und auch Co-Geschäftsleiter Beat Leuthardt, dass man sich mittlerweile im Abstimmungskampf vor allem darauf konzentriere, den Gegenvorschlag zu bekämpfen.

Den Gegenvorschlag der Regierung bezeichnet der Mieterverband denn auch als «mieterfeindlich». Das, weil dieser gemäss Mieterverband Wohnungen zum Abriss freigebe und die Basler Regierung mit dem Gegenvorschlag lediglich Investoren anlocken wolle.

Die Mietwohnschutz-Initiative 1 hingegen «bietet Massnahmen gegen Wohnungs- und Mietzinsnot und fordert eine aktive Wohnpolitik seitens des Kantons», wirbt Bernasconi für die beiden Initiativen.

«Würde die Bevölkerung die beiden Initiativen ablehnen, dann bliebe es beim Status quo», sagt Leuthardt. «Wird aber der Gegenvorschlag angenommen, dann verlieren wir jeglichen kantonalen Mieterschutz.»

Heisst, dass man den Mietern das Einspracherecht wegnehmen würde und die Schlichtungsstelle nicht mehr beurteilen kann, ob eine Liegenschaft aufgrund des Mietzinsnivaux schützenswert ist oder nicht. Dies sei undemokratisch, enerviert sich Leuthardt.

Plakate zeigen «wahre Geschichten»

Mit zehn Plakatsujets steigt der Mieterverband in den Abstimmungskampf. Die Plakate zeigen Menschen, die als Mieter teilweise auch schon aus ihren Wohnungen ausziehen mussten, weil diese renoviert und anschliessend viel teurer wieder vermietet wurden.

Auf den Plakaten sind auch verschiedene Quartiere repräsentiert, in denen es zu Problemen kam. Ein Plakatbeispiel: Menschen vom Burgweg im Wettsteinquartier wehren sich gegen die Massenkündigungen.

«Wir wollten authentisch wirken», sagt Bernasconi. «Die Plakate zeigen Geschichten, die passiert sind.» Es sind aber nicht nur «gewöhnliche» Mieter, die abgebildet sind. Auch Basler Schriftsteller wie Jürg Laederach liessen sich für die Plakatkampagne ablichten.

Die beiden Initiativen des Mieterverbands entstanden im Jahr 2011. Die Initiative «Bezahlbares und sicheres Wohnen für alle» will unter anderem genossenschaftlichen und sozialen Wohnungsbau, Wohnungen für alle Einkommensstufen, schützenswerte Altbauten erhalten, bezahlbare Neubauten und preisgünstige Wohnzonen.

Die zweite Initiative, «Gebührenfreies und faires Mietverfahren für alle», fordert faire Gerichtsverfahren. Die Verfahren sollen bezahlbar sein und der Mieterschutz soll durchgesetzt werden. Die Abstimmung dazu findet am 22. September statt.