«Die vier jungen Schweizer hatten klar rassistische Absichten. Ich selbst wurde von ihnen angegangen, nur kurz bevor es zu jener Schlägerei kam.» Bei der bz hat sich ein junger Familienvater mit Wurzeln in Sri Lanka gemeldet, der seine Sicht auf die Ereignisse vom 17. Juli schildert. An jenem Abend kam es im Bereich der Kleinhüningerstrasse zu einer Schlägerei zwischen drei Schweizern und einem Kameruner. Die Gewalteskalation wurde auf Video festgehalten.

Mehrere Zeugen hatten beobachtet, wie ein dunkelhäutiger Mann drei Männer verfolgte, die ihm seinen Angaben zufolge Tasche und Handy gestohlen hatten. Bei der Auseinandersetzung kamen auch Waffen zum Einsatz.

Während das Video in sozialen Netzwerken kursiert, äusserten mehrere Beobachter den Verdacht, die Tat hätte einen rassistischen Hintergrund. Die drei Schweizer hätten den Kameruner drangsaliert, bevor es zum offenen Streit gekommen sei. Diese Version stützt auch jener Mann, der sich bei der bz meldete. «Ich kam von meinem Auto, das ich beim Wiesenplatz abgestellt hatte. Auf dem Weg kam die Gruppe junger Männer auf mich zu, einer mit Glatze und Vierfrucht-Hosen.»

Aufgrund seiner Hautfarbe hätten ihn die jungen Schweizer angemacht, einer habe ihn schlagen wollen. «Seine Begleiterin ging dazwischen.» Daraufhin sei er weggegangen und habe die Polizei verständigt, die jedoch nicht bei ihm eintraf, sondern gleich in die zu diesem Zeitpunkt bereits laufende Schlägerei mit dem Kameruner platzte.

Polizeisprecher Toprak Yerguz kann diesen Vorfall weder bestätigen noch dementieren, sagt aber: «Es hat mehrere Anrufe gegeben, die meisten, als die Auseinandersetzung bereits lief.»

Die Basler Staatsanwaltschaft äusserte sich nicht weiter zum Vorfall, geht aber gemäss Sprecher René Gsell weiter von einem Drogendelikt aus. Alle vier Personen wurden festgenommen und trugen kleinere Mengen verbotener Substanzen auf sich.