Abgesehen vom Schock und der grossen Enttäuschung der Ozeanium-Befürworter machte nach dem überraschenden Volks-Nein ein kleiner Satz, gepostet auf der Plattform Twitter, von sich reden: «Bauen wir das Ozeanium im Baselbiet, und die Topverdiener nehmen wir auch.»

Er stammt aus der Feder von Elisabeth Schneider-Schneiter, der Baselbieter CVP-Nationalrätin aus Biel-Benken. Eine Aussage mit ziemlich viel Zündstoff. Sie suggeriert, dass das Ozeanium vielleicht doch noch umgesetzt werden könnte.

Auf Anfrage der bz musste die Baselbieter Regierungsrätin Sabine Pegoraro am Montag deshalb umgehend klarstellen: «Die Aussage von Elisabeth Schneider-Schneiter war nicht mit der Regierung abgestimmt, es handelt sich also nicht um ein offizielles Statement.» Die FDP-Baudirektorin betonte ausserdem, dass der Kanton bis dato keine Anfrage des Zollis bezüglich Bau des Ozeaniums auf Baselbieter Boden erhalten habe.

Einen Tag nach dem Volks-Nein und ihrem Post auf Twitter beschwichtigt dann auch Handelskammer-Präsidentin Schneider-Schneiter: «Diese Aussage habe ich mit einem Augenzwinkern getippt. Das kam so spontan, weil ich es wirklich sehr bedauere, dass die Basler Stimmbevölkerung Nein gesagt hat. Es wäre ein gutes und auch sinnvolles Projekt gewesen, die ganze Region hätte davon profitiert.»

Eine Mehrheit im Baselbiet

Zudem gab Schneider-Schneiter an, sie können sich gut vorstellen, dass das Ozeanium im Baselbiet eine Mehrheit gefunden hätte. Ob es realistisch sei, dass das Projekt hier realisiert werden könnte, wisse sie allerdings nicht.

Weiterhin vage mit Aussagen bleiben die Verantwortlichen beim Basler Zolli selbst. Auf die Frage, ob es im Bereich des Möglichen liege, das Ozeanium dereinst auf Baselbieter Boden zu planen, sagt Sprecherin Tanja Dietrich nicht kategorisch Nein: «Der Zoo wird den ablehnenden Entscheid der Basler Stimmbevölkerung zum Ozeanium nun analysieren und dann weiterschauen.» Nicht äussern wollte sich Dietrich zur Variante, eine Fläche direkt hinter dem Zolli für die Realisierung zu nutzen – denn diese befindet sich nämlich auf Binninger Boden.

In den Foren und Kommentarspalten wird nach der Abstimmung auch immer wieder das Dreispitz-Areal als möglicher Standort für ein Ozeanium genannt. Es befindet sich zu einem grossen Teil auf Baselbieter Boden. Die Christoph Merian Stiftung (CMS) als Eigentümerin ist hier permanent auf der Suche nach Möglichkeiten, die vielen ungenutzten Flächen sinnvoll zu nutzen.

Sprecherin Elisabeth Pestalozzi sagt dazu: «Ein Ozeanium auf dem Dreispitz war für uns bis jetzt kein Thema. Eine entsprechende Anfrage müsste eingehend geprüft werden.» Deshalb könne man zum jetzigen Zeitpunkt auch keine weiteren Angaben zu Umsetzbarkeit, respektive Realisierbarkeit machen.