Die Aktivisten des «Friedlichen Widerstands» sind zum überwiegenden Teil jung und politisch schwer einzuordnen. So heisst es auf der Facebook-Seite «Schluss mit Links und Rechts, unser Problem sitzt Oben». Gleichzeitig sind dort auffällig viele Beiträge zu finden, die sich gegen Israel richten.

Klares politisches Bekenntnis

Der Versammlungsleiter Sven Diesslin kündigte nach einer Schweigeminute für die Opfer der Attentate von Paris und dem Anzünden von Kerzen an, dass sich die Gruppe der Vereinigung Pegida Dreiländereck anschliessen wird, berichtete die «Badische Zeitung». Damit habe der «Friedliche Widerstand» jetzt ein klares politisches Bekenntnis abgelegt. Wortführer bei der Kundgebung sei Tobias Steiger gewesen. Der Dornacher ist Vorsitzender des Schweizer Pegida-Ablegers, im Juli trat er aus der SVP aus.

Laut dem Artikel setzte er sich er dafür ein, das Kindergeld für Inländer zu verfünffachen, statt mit Sozialgeld für Ausländer falsche Anreize zu schaffen und forderte für Deutschland eine direkte Demokratie nach dem Vorbild der Schweiz «oder noch direkter». Die Asylgegner wollen am nächsten Sonntag erneut demonstrieren.

Einen sogenannten «Abendspaziergang» wollten sie schon den vorherigen Sonntag durchführen. Aufgrund einer massiven Gegendemonstration von 350 Personen, darunter auch zahlreiche, teils vermummte Antifaschisten aus dem Raum Basel, bei der es auch zu Übergriffen kam, war der Anlass abgebrochen worden. Die deutsche Polizei erhielt bei ihrem Einsatz Unterstützung aus Basel.

Es blieb friedlich

Diesen Sonntag gelang es der deutschen Polizei laut Medienmitteilung zu verhindern, dass eine Gruppe der Gegendemonstranten zu den Asylgegner zog. «Dank starker polizeilicher Präsenz verliefen die für Sonntag angemeldeten Kundgebungen in Weil am Rhein weitestgehend friedlich und ohne grössere Zwischenfälle», hiess es weiter. Die deutsche Polizei sei mit einem ausreichenden Aufgebot vor Ort gewesen und «unterband aufkommende Konflikte sofort.» Die Basler Kantonspolizei wurde diesmal nicht zur Unterstützung gerufen.

Die Teilnehmerzahl der Gegenkundgebung wurde auf etwa 350 Personen geschätzt. Einige hätten nach polizeilicher Intervention ihre Vermummung abgelegt. Verletzte gab es keine. «Während des Einsatzes kam es zu fünf Festnahmen. Gegen fünf Versammlungsteilnehmer wird wegen Verstoss gegen das Waffen-, Versammlungs- und Betäubungsmittelgesetz ermittelt.»