Zwei Tage nach dem turbulenten Demonstrations-Samstag in Basel, bei dem sich mindestens zwei Personen verletzten, werden die Ereignisse in den Sozialen Medien kontrovers diskutiert. Zu den Streitpunkten gehört der Einsatz der Polizei. So schreibt auf Twitter ein Nutzer, dass sie bei der mehrheitlich «friedlichen» Gegendemo mit Gummischrot auf die Teilnehmenden geschossen habe.

Tatsächlich zeigte der «Blick» Fotos eines Demonstranten, der knapp neben dem Auge getroffen wurde. Angeblich habe ein Polizist aus drei Metern Entfernung auf ihn gezielt, schreibt die Zeitung. Der Mann wolle die Polizei anzeigen, da es nicht erlaubt sei, aus so geringer Distanz zu schiessen.

Basel: PNOS zieht sich vor Hunderten Gegendemonstranten zurück

Basel: PNOS zieht sich vor Hunderten Gegendemonstranten zurück

Geplant war eine von der Polizei bewilligte Demonstration der rechtsextremen Partei National Orientierter Schweizer (PNOS) um 13 Uhr auf dem Basler Messeplatz. Die rund 30 Rechtsextremen trafen hier jedoch auf massiven Widerstand: Hunderte Gegendemonstranten stellten sich ihnen entgegen, die Polizei musste die Gruppierungen voneinander abschirmen. 

Die Frage der Bewilligung

Die Basler Polizei streitet die Vorwürfe ab. «Die Dienstweisung sieht vor, dass bei Notwehrhilfe oder Notwehr und unter Wahrung der Verhältnismässigkeit der Mindestabstand von 20 Metern unterschritten werden kann,» sagt Sprecher Toprak Yerguz. Die Polizisten würden aufgrund der starken Flugkurve der Gummigeschosse etwas höher schiessen, um letztlich Körper und Beine zu treffen. Für Aussenstehende könne es so aussehen, als werde auf Köpfe gezielt.

Facebook: Christoph Keller schreibt offenen Brief an Baschi Dürr

Auf Facebook schreibt derweil Christoph Keller, Redaktionsleiter beim SRF, einen offenen Brief an den Polizeipräsidenten Baschi Dürr. Er stellt unter anderem die Frage, warum Dürr die Kundgebung der PNOS nicht verboten habe. Dürr antwortet, dass es eine freiheitliche Rechtsordnung auszeichne, dass die Polizei nicht nach politischen Inhalten, sondern gemäss Meinungsäusserungs- und Versammlungsfreiheit entscheide. Ausserdem fügt der Regierungsrat hinzu: «Den Rechtsstaat einseitig zu interpretieren ist gefährlich und der Anfang vom Ende desselben, wie uns die Geschichte eindrücklich gezeigt hat.»