«Schon komisch, dass wir beim Eingang in eine Kirche kontrolliert werden», sagt ein Besucher der Podiumsdiskussion «Basel im Gespräch» am Dienstag Abend in der Schlange zu seiner Frau. Vor dem Eingang müssen sämtliche der rund 250 Besucher, die wegen der Veranstaltung mit dem Titel «Islam. Zukunft. Schweiz» in die Elisabethenkirche pilgern, etwas länger als sonst warten. Denn sechs Securitas-Mitarbeiter kontrollieren sämtliche Taschen und versorgen diese dann in der Garderobe. Alles, was grösser als DINA4 ist, darf nicht mit rein genommen werden. Zusätzlich zur Securitas ist auch die Polizei mit zwei fixen Kastenwägen und mobilen Patrouillen vor Ort.

Normalerweise kommt «Basel im Gespräch» ohne Polizeiaufgebot und Securitas aus. Dass diesmal aussergewöhnliche Sicherheitsmassnahmen nötig sind, liegt an Seyran Ates, einer der fünf geladenen Gäste. Die deutsch-türkische Rechtsanwältin und Menschenrechtlerin steht für einen offenen Islam und hat sich damit viele Feinde gemacht.

1984 überlebt Ates ein Attentat auf ihre Person. Seit Jahren braucht sie Personenschutz. Als Ates im Juni dieses Jahres in Berlin eine liberale Moschee für alle gründet, sind erneut Morddrohungen die Folge. «Ich kann mich nicht frei bewegen, weil es Menschen gibt, die mich töten wollen, weil ich eine liberale Moschee gegründet habe», sagt Ates heute und eröffnet somit eine in der Folge angeregte Diskussionsrunde bei der sie sich auch mit Imam Muris Begovic und einer Basler Muslima aus dem Publikum anlegt. Drei deutsche Bundespolizisten im Rücken der Teilnehmer sorgen für eine ungewohnte Atmosphäre in der Kirche.

Über die Anwesenheit des Personenschutzes für Ates war die Kantonspolizei im Vorfeld informiert. Weil sie zusätzlich dazu Drohungen gegen die Diskussionsrunde und ihre Teilnehmer erhalten hatte, stand die Durchführung des Podiums zwischenzeitlich auf der Kippe. Doch die Veranstalter, zu denen auch die bz gehört, entschieden, die Islam-Diskussion durchzuführen. Ein im Nachhinein richtiger Entscheid.

Über den Inhalt der spannenden Diskussion berichten wir am Mittwoch.