Provisorien lagen in Basel ab 2015 beim Rheinhafen und ab 2016 neben dem Bahnhof St. Johann. Nun hat der Kanton an der Friedrich Miescher-Strasse unweit der französischen Grenze einen 2000 Quadratmeter grossen Teerplatz mit sanitären Einrichtungen sowie Strom- und Wasseranschlüssen gebaut. Damit wird eine bundesrechtliche Verpflichtung erfüllt, die das Bundesgericht 2003 klargestellt hatte.

Der Standplatz hat 1,35 Millionen Franken gekostet, wie das Basler Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) mitteilte. Der Grosse Rat hatte das Projekt Mitte 2017 oppositionslos genehmigt. Der neue Platz liegt zwischen Psychiatrischer Universitätsklinik und Grand Casino, wo man wenig Auswirkungen auf Wohnquartiere erwartet.

Die Infrastruktur stellt der Kanton; den Betriebsaufwand sollen die Gäste decken. Vorgesehen sind Aufenthalte im Sommer bis zu einem Monat und im Winter bis zu vier Monaten, mit einem Tagestarif von 13 Franken. Der Basler Stadtplatz steht allen Nationalitäten offen. Mangels vergleichbarer Vorbilder soll er nach ein paar Jahren Betrieb überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.

Bereits im Vorfeld kam es zu Misstönen, da sich auf dem neuen Platz das WC-Häuschen gut sichtbar in der Mitte befindet. Das wollte der Präsident des Vereins Sinti und Roma Schweiz im Vorfeld verhindern. Doch obwohl das BVD in einigen Punkten mit sich reden liess, wollte es nicht von der Idee abweichen, das WC-Häuschen in der Mitte des Platzes aufzustellen. Das BVD erhofft sich durch die Platzierung im Zentrum einen zentral gelegenen Treffpunkt, der die gegenseitige soziale Kontrolle fördert.

In der Schweiz gibt es gemäss der Vorlage der Basler Regierung nur rund 14 Standplätze für Fahrende; Bedarf wäre hingegen da für rund 40 Standplätze. Daneben sind landesweit 43 Durchgangsplätze verfügbar; der Bedarf läge hier bei rund 82.