«Man wollte nicht, dass ich Wahlkampf mache! Wir sind in einer Verbrecherstadt». Diese Worte fielen aus Eric Webers Mund nach dessen Wahl in den Grossen Rat. Hintergrund der Aktion war das Strafverfahren wegen Wahlfälschung und Stimmenfang, welches vor kurzem gegen Weber eröffnet wurde.

Wo das Wahlergebnis überraschte, schien die Reaktion eines verwirrt und zerstreut wirkenden Webers kaum einen der anwesenden Politiker zu verblüffen.

Es war nicht der erste Eklat von Weber, der sich mit der «Volksaktion gegen zu viele Ausländer und Asylanten in unserer Heimat» im ultrarechten Sektor platziert. Bereits bei der Nationalratswahl im letzten Jahr fiel er negativ auf.

Beschämte Politkollegen

Bei seinen zukünftigen Kollegen im Grossen Rat stiess Webers Aktion auf wenig Gegenliebe. «Ich bin überrascht und erschreckt, dass Eric Weber in den Grossen Rat gewählt wurde», sagt Mirjam Ballmer (Co-Präsidentin Grüne) gegenüber der bz. «Seine Reaktion zeigt jedoch das Niveau dieser Liste.»

Auch bei Martin Lüchinger, Präsident der SP Basel-Stadt, hielt sich die Begeisterung über den neuen Kollegen in Grenzen: «Ich bin überrascht, dass eine solche Partei, die Unwahrheiten und Polemik verbreitet, bei den Leuten in Basel Anklang findet und gewählt wird.»

Den Grund für die überraschende Wahl hat Lüchinger bereits aufgedeckt: «Das dauerhafte Schlechtreden der Asylsuchenden hat ihm wohl den Auftrieb gegeben.»