Die Musik beginnt und das charakteristische Klacken der Stepptanzschuhe wird immer intensiver. Die Proben für das Eröffnungsfest des neuen «Tanzwerks» im Dreispitzareal sind in vollem Gange.«Geh doch noch ein bisschen weiter in die Mitte», sagt Sabine Freuler zu Federica. Diese entgegnet, sie könne dann ja gleich bleiben wo sie ist, dann müsse sie nicht in die Mitte hetzen. Die Small Group in der Kategorie Kinder übt noch einmal ihren Auftritt, mit dem sie an der Schweizer Meisterschaft dieses Jahr den sensationellen zweiten Platz geholt haben. Der erste Platz wurde zwar nur um einen Punkt verpasst, aber enttäuscht sind die jungen Stepptänzerinnen überhaupt nicht: «Wir sind sehr froh über den zweiten Platz», sagt die neunjährige Federica. «Mir gefielen die Gewinner besser», ergänzt die elfjährige Linda.

Nicht nur die Small Group Kinder hat einen Pokal ins «Tanzwerk» gebracht: Die Junioren-Formation unter der Leitung von Freuler gewann Gold, im Solo Damen der Junioren erreichte Hannah Tran den zweiten Platz und im Duo holten Tran und Yara Eckerle Bronze. Eine weitere Bronzemedaille erhielt Linda Stefanutti im Solo der Mädchen.

Weitere Tanzstile sollen folgen

Dieser Erfolg kommt nicht von ungefähr, es ist das Ergebnis von langjähriger Arbeit im «Tanzwerk». Die Stepptanzschule wurde 2004 von Freuler gegründet. Zuvor arbeitete sie als Musiklehrerin an einer Primarschule und erfüllte sich mit der Gründung ihrer Tanzschule einen lange gehegten Wunsch. Elf Jahre steppten die Tänzer im Pumpwerk, welches nun abgerissen werden soll. «Ich habe zweieinhalb Jahre nach einem neuen Standort gesucht», sagt Freuler. Die Erleichterung sei gross gewesen, als sie einen Platz gefunden hat. «Der Umzug und Umbau wäre aber nicht möglich gewesen ohne Spenden von Privatpersonen und Stiftungen», betont sie. Der Förderverein «Tanzwerk-Club», der jedes Jahr das einwöchige Lager zur Vorbereitung der Meisterschaft organisiert, warb auch fleissig um Spenden. Letztlich hat alles geklappt und der Umzug konnte vollzogen werden. Diesen Samstag soll der Einzug in die Oslostrasse 10 ordentlich gefeiert werden. Ab 15 Uhr werden stündlich Shows gezeigt, welche auch an der Schweizer Meisterschaft aufgeführt und prämiert wurden.

Zukünftig möchte man im «Tanzwerk» mehr als nur Stepptanz unterrichten. Ab den Sommerferien wird das Angebot erweitert: Als Alternative zum Steppen wird man auch Unterricht in Hip-Hop und in Nia, einer Tanzkunst vermischt mit Kampfsport und Fitnesselementen, nehmen können. «In naher Zukunft wollen wir auch noch Jazz und Ballett anbieten», sagt Freuler.

Momentan sind drei Trainerinnen angestellt und unterrichten etwa 150 Schüler und Schülerinnen aller Altersgruppen. Mit dem Ausbau des Angebotes wird es auch Bedarf geben für weitere Lehrer. Der Fokus bleibt aber auf dem Stepptanz, der Ehrgeiz nach mehr Pokalen ist da. Förderung von talentierten Tänzern und Tänzerinnen ist weiterhin ein wichtiger Aspekt in der Arbeit des «Tanzwerks». Talenten wie der neunjährigen Federica, die bei den Elfjährigen mittanzt, wird zum Beispiel ein früherer Übertritt in die nächste Altersgruppe angeboten.

Im «Tanzwerk» freut man sich auf die Zukunft und die Veränderungen, die sie mit sich bringt. Mental stellt man sich bereits auf die nächste Meisterschaft ein.