Tobit Schäfer spricht von einer «neuen Generation», die jetzt den lange aufgeschobenen Neubau des Konzertlokals Kuppel im Nachtigallenwäldeli bauen soll. Wie die Stiftung Kuppel, die Schäfer präsidiert, am Mittwoch mitteilte, wurde nun der Projektwettbewerb lanciert. Die Architekturbüros wurden vergangene Woche selektioniert. Bei der Auswahl handelt es sich um die «Generation Kuppel», also jüngere Architekten, die, wie Schäfer sagt, «mit der damaligen Kuppel sozialisiert wurden».

Der Neubau des Konzertlokals hat eine bewegte Vorgeschichte. 18 Jahre lang wurde an einem Neubau getüftelt, 2016 wurde das bisherige Konzertlokal abgerissen, ganze Neubaupläne wurden über den Haufen geworfen und in der Zwischenzeit sprach auch der Grosse Rat 1,7 Millionen Franken ans Projekt, allerdings zweckgebunden: Denn die neue Kuppel soll über ausreichend Bandproberäume verfügen, um den musikalischen Basler Nachwuchs zu fördern.

Basler Kantonsbaumeister bestimmt mit

Die Verhedderungen im Projektverlauf sind mittlerweile gelöst, die Finanzierung ist laut Schäfer nahtlos gesichert. Neben den Beiträgen des Kantons stehen über fünf Millionen Franken von privaten Spendern zur Verfügung.

Zudem hat die Stiftung eine prominente Fachjury für den neu aufgelegten Projektwettbewerb einberufen. Präsidiert vom Basler Kantonsbaumeister Beat Aeberhard sind auch die Architektinnen und Architekten Christine Binswanger von Herzog & de Meuron, Emanuel Christ von Christ & Gantenbein, Anna Jessen von Jessenvollenweider Architektur und Alban Rüdisühli von Rüdisühli Ibach Architekten in der Jury.

Junge Büros bauen die neue Kuppel

Von den grossen etablierten Namen findet man bei den eingeladenen Architekturbüros allerdings keine. Das war der Zweck der Einberufung einer «Generation Kuppel». Acht jüngere Basler Büros dürfen nun ihre Projekt für den Wettbewerb einreichen, im dritten Quartal dieses Jahres werden die Pläne beurteilt und veröffentlicht.

Unter den Eingeladenenen sind der Architecture Club, Baumann Lukas Architektur, Caesar Zumthor Architekten, Kunz und Moesch, Lucas Raeber, Rahbaran Hürzeler Architekten, Studio Landell De Moura sowie Vécsey Schmidt Architekten. Kürzlich in den Medien waren Kunz und Moesch, die den Projektwettbewerb fürs neue Tropeninstitut gewannen sowie Caesar Zumthor Architekten, die das Rennen im Wettbewerb zum Campus der Sportwissenschaften machten.

Siegerprojekt von 2001 nie realisiert

Für das Baugelände haben die QPL AG und die Stiftung Kuppel mit dem Kanton im September 2018 einen Unterbaurechtsvertrag unterzeichnet. Die QPL AG räumt der Stiftung Kuppel damit bis 2048 ein unentgeltliches dauerndes Unterbaurecht auf einer Fläche von 383 Quadratmeter im Nachtigallenwäldeli ein. Darauf wird nun gebaut.

Ein erster Projektwettbewerb wurde bereits 2001 vom Kanton und der QPL AG ausgerichtet, das Siegerprojekt wurde allerdings nie realisiert. Nun will die Stiftung Kuppel mit dem neuen Wettbewerb «den veränderten Rahmenbedingungen» gerecht werden. Ein Schritt zur Konsolidierung war deshalb auch die Einberufung des Kantonsbaumeisters für den Vorsitz des Fachpreisrichtergremiums.