Es sind zwölf Kleintheater in Basel, die in diesen Wochen mit ihrem neuen Programm in den Winter starten. Das Angebot ist riesig: Von Improvisationstheater, über Balletteinlagen und Musicals bis zu Dialektkomödien verteilen sich die abwechslungsreichen Theaterstücke für Gross und Klein über ganz Basel.

Fauteuil, Komödie

Die neue Dialektkomödie mit dem grossen Fauteuil-Hausensemble heisst «Toi, toi, toi!» und verspricht herrliche Situationskomik und köstlichen Wortwitz. Ein unterschiedlich motiviertes Theaterensemble probt eine typische Boulevard-Komödie. Der betrogene Ehemann, der Liebhaber im Schrank, der gestohlene Schmuck sowie eine ganze Palette von Missverständnissen sind die Zutaten, aus denen der klassische Komödienspass aufgebaut werden soll. Doch zeigt sich schon bald, dass alle vor allem mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen haben. Die entscheidungsschwache Regisseurin, die mittelmässige Diva, ihr vorlauter aber textschwacher Ehemann, der übereifrige Nebendarsteller, die überforderte Kostümbildnerin, der gelangweilte Inspizient und ein so offensichtlich talentfreier – aber mit dem Produzenten verwandter – Hauptdarsteller sorgen geflissentlich dafür, dass die Proben gar nie richtig auf Touren kommen.

6. November bis 2. Januar

Junges Theater Basel

Das Stück «Flex» ist eine Stückentwicklung für das Junge Theater Basel auf der Grundlage von Interviews und Texten von Laurie Penny.

«Nachdem uns von Geburt an alle – also Eltern, Nachbarn, Lehrpersonen, Freundinnen, youtube tutorials, Blicke auf der Strasse, Blicke im Schwimmbad, überhaupt Blicke – immer und immer wieder gesagt haben, wie wir uns zu verhalten haben, wie wir auszusehen haben und vor allem, was wir zu wollen haben, ist jetzt einfach mal Schluss damit.» So heisst es auf der Homepage des Theaters. «Wir wollen endlich herausbekommen, was wir eigentlich sind. Oder sein wollen. Oder noch besser: Sein könnten. Darum arbeiten wir an Flex – einem Magazin, in dem wir die Ecken unseres Hirns beleuchten, die mit Dingen vollgestopft sind, die wir da gar nicht haben wollen.»

Das Projekt wird durch zahlreiche theoretische und literarische Texte angeregt. Letztlich generieren die Schauspieler aber Text und Figur selbst.

ab 5. Dezember, Kasernenareal

Théâtre de la Fabrik

Elf unterschiedliche Veranstaltungen von Kabarett, Lesungen, A-cappella-Konzerten, Jazz bis zur traditionellen Musik aus Europa haben die beiden Schweizer Macher des Théâtre de la Fabrik im elsässischen Hégenheim in dieser Saison auf dem Programm. Als Nächstes gibt es am 24. Oktober unter dem Titel «Dings 15 – ein Abend, der weit darüber hinausgeht» Kabarett von Sybille und Michael Birkenmeier. Gerade 49 Sitzplätze hat das ehrenamtlich, aber professionell bespielte Kleintheater, das in einer alten, 2000 Quadratmeter grossen Fabrik untergebracht ist. Hier haben auch 30 Künstler, die meisten aus der Schweiz, ihre Ateliers. Die Fabrik liegt in der Verlängerung der Hegenheimerstrasse 300 Meter von der Grenze. Es gibt einen Fahrdienst ab Kannenfeldplatz. (psc)

24. Oktober 

www.theatredelafabrik.com

Marionetten Theater

Mit «Der kleine Eisbär» startet das Kinderprogramm. Lars fühlt sich am Nordpol mit Mama und Papa eisbärenwohl. Er kann ein wenig schwimmen, kleine Eisberge hinaufklettern und sogar Lachse fangen. Aber er vermisst etwas – einen Freund. Als er sich auf den Weg macht, einen Freund zu finden, tappt er in eine Falle und wird weit fortgebracht. Aber Lars kann sich mit der Hilfe eines Walrosses befreien. Dabei findet er Lea, ein kleines Braunbärenmädchen. Werden sie den Weg nach Hause finden? Gespielt mit Tischfiguren für Kinder ab 4 Jahren.
Das Abendprogramm wird mit der Produktion «Wer ist der Mächtigste auf Erden?» von Bohuslav Martinu eröffnet. Das Ballett wird in Zusammenarbeit mit dem Martinu-Festival als Marionettentheater zur Uraufführung gebracht.

Die Saison beginnt am 24. Oktober.

Vorstadttheater

Das Vorstadttheater spielt diese Saison in Koproduktion mit dem Theater Basel «Der gestiefelte Kater» von Thomas Freyer nach den Brüdern Grimm. Am Anfang sieht es trüb aus. Der König hat weder genug Gold noch Rebhühner nach seinem Geschmack, die Prinzessin langweilt sich zu Tode, während der Diener vor lauter Arbeit nicht mehr weiss, wo ihm der Kopf steht, und vom Träumen nur noch träumen kann. Die Musiker will sowieso keiner mehr hören und der arme Müllerssohn Hans sehnt sich nach einem ganz anderen Leben als dem in der elterlichen Stube. Doch Hans besitzt einen Kater, der ausser seinem klugen Kopf, nichts weiter braucht als ein paar Stiefel, um mit Geschick und List das Glück neu zu schmieden.

Schauspielhaus 27. November bis 24. Januar

www.vorstadttheaterbasel.ch

Kindertheater

Mit einer Wiederaufnahme des erfolgreichen Stückes «Dornröschen» startet das Kindertheater in seine neue Saison. Das Märchen erzählt die Geschichte eines Königspaares, das sich ein Kind wünscht. Als dies geschieht, veranstaltet der König Konstantin ein Fest und möchte dazu die dreizehn weisen Feen einladen. Da der Zuckerbäcker nur zwölf Pralinen bäckt, muss eine Fee zu Hause bleiben. Die dreizehnte Fee Circe platzt während des Festes herein und belegt Dornröschen mit einem Fluch. Das Stück ist frei nach den Brüdern Grimm, in einer Fassung von Jonas Göttin.

Anfang November geht es im Kindertheater weiter mit «Frau Holle», im Januar mit «Pinocchio» und im April mit «Der gestiefelte Kater».

www.baslerkindertheater.ch

Theater im Teufelhof

Im Gegensatz zu vielen Basler Kleintheatern bietet das Theater im Teufelhof keine Eigenproduktionen an. Es treten Künstlerinnen und Künstler aus allen Bereichen, Kabarett, Satire und subtil-humorvolle Kleinkunst, die ihr Programm selber geschrieben haben.

Hier zwei Gastauftritte:
22. bis 24. Oktober, Jochen Malmsheimer: Ermpftschnuggn Troda – hinterm Staunen kauert die Frappanz. In seinem Wortgestöber widmet sich Malmsheimer dem Kampf um Bildung, Anstand und Toleranz.
19. bis 21. und 26. bis 28. November, Wolfram Berger: Kaiser Joseph II. und die Bahnwärtertochter.
Berger spielt, spricht, tanzt und schielt mit unzähligen Charakteren. Eine Persiflage auf alles Heilige und Mächtige.

Atelier-Theater Riehen

Die Schauspieler des Atelier-Theaters machen Theater aus Freude, Liebe und Leidenschaft zu ihrem Beruf. Sie spielen diese Saison «My Fair Lady» (Musical nach G. B. Shaws Komödie Pygmalion). Aus einem einfachen Blumenmädchen wird eine Dame von Welt: Professor Higgins hat mit seinem Freund Oberst Pickerung gewettet, Eliza Doolittle in sechs Monaten ohne Probleme in die beste Gesellschaft einzuführen. Er gewinnt die Wette, rechnet aber nicht mit der Eitelkeit und Eigenständigkeit von Eliza. Mit witzigen Dialogen und humorvollen Szenen.
Zu Gast im Häbse-Theater 14. bis 25. Oktober

www.ateliertheater.ch

Fauteuil, Märchenbühne

Ende Oktober spielt das Ensemble die Dialekt-Räubergeschichte «Der Räuber Hotzenplotz». Der tollpatschige Polizist Dünklimoser sucht Hotzenplotz, der das Geburtstagsgeschenk der Grossmutter – eine musizierende Kaffeemühle – gestohlen hat. Die Enkel der Grossmutter, der kluge Kaspar und der dumme Seppli, versuchen, den Dieb zu schnappen. Die Brüder nehmen die Fährte des grossen Räubers auf. Leider fällt Hotzenplotz nur teilweise auf Kaspars und Sepplis Plan rein, und so endet das Unterfangen in Gefangenschaft in der Räuberhöhle.

31. Oktober bis 6. Februar

www.fauteuil.ch

Häbse

«Eimool nit uffbasst!» hat der partygestresste Schutzengel Angelo und schon steckt er wie sein Erdenschützling Laura im Schlamassel. Laura gerät in Panik, denn ihre Mutter, eine bornierte Unternehmerwitwe, hat ihren Besuch in Lauras Studentenbude angekündigt, wo Laura mit ihrem Freund Robbie zusammen lebt. Robbie ist nicht der geschäftstüchtige Jurist, wie ihn Laura der Mutter verkauft hat, sondern Velokurier und DJ. Wegen seiner Nachlässigkeit wird Angelo auf die Erde beordert. Aber statt für Ordnung zu sorgen, richtet der vom Himmel gesandte Mann ein höllisches Chaos an.

10. November bis 31. Dezember

Theater Arlecchino

Zum ersten Mal im Arlecchino ist ein Improvisationstheater für Kinder und die ganze Familie zu sehen. Improtheater ist eine Form des Theaters, in der improvisiert wird. Niemand weiss, was auf der Bühne passiert. Das Publikum darf die Figuren und den Inhalt der Stücke mitbestimmen und so mit den Schauspielern neue Märchen und Geschichten spontan erfinden. Dieses Mal treffen sich «Schneewittli und der Froschkönig» im Wald. Und dann: Was passiert, wenn Schneewittchen den Froschkönig bei den 7 Zwergen trifft? Das Improtheater «soodersoo» wird es ausprobieren.

Ab 10. Oktober

www.theater-arlecchino.ch

Theaterfalle

Neben unzähligen theaterpädagogischen Projekten zu Beruf, Sucht und Medien steht im November die Grossproduktion «Die Wunderübung» des Autors Daniel Glattauer auf dem Spielplan. Glattauer zeigt ein Ehepaar, dessen wunderbare Zeiten lange vorbei sind. Der Alltag, die Sorgen mit den Kindern, man hat sich auseinandergelebt, wie das so schön heisst. Daniel Glattauer zelebriert eine verbale Fetzenschlacht mit kurzen Atempausen. Er gilt als ein Meister darin, die feinen Zwischentöne im Dschungel unserer Gefühle darzustellen.

Ab 26. November

www.theaterfalle.ch