Neben dem «Rheincenter» und der «Insel» wird die «Dreiländergalerie» das dritte Einkaufszentrum in der südbadischen Basler Nachbarstadt Weil am Rhein. Kürzlich fand der Spatenstich statt. Die Fertigstellung ist für Herbst 2020 vorgesehen.

Das Center entsteht oberhalb des Weiler Bahnhofs und direkt an der Endstation des 8er-Trams. Vorgesehen sind 60 Shops auf einer Gesamtverkaufsfläche von 16'500 Quadratmetern bei einer Investition von 85 Millionen Euro. Andreas Thielemeier, Geschäftsführer des Betreibers Cemagg, geht davon aus, dass 40 Prozent der Kunden aus der Schweiz kommen werden.

Die schlechten Erfahrungen des 1,5 Kilometer Luftlinie entfernten Basler Stücki-Einkaufszentrums – es wurde in diesem Jahr redimensioniert – machen ihm keine Sorgen: «Die Nachfrage nach Mietflächen in der Dreiländergalerie ist von Anfang an sehr gross.» Die Lage sei der entscheidende Faktor. Der Geschäftsführer urteilt: «Weil am Rhein ist für uns der ideale Standort. Ein wichtiger Aspekt ist, dass das Tram direkt vor das Center fährt.» Ausserdem verweist Thielemeier auf die Bedeutung des Schwarzwalds als Tourismus-Destination. Er hofft dadurch auf zusätzliche Kundschaft.

Die Wendeschlaufe des Trams muss wegen des Baus des Shoppingcenters laut den Basler Verkehrs-Betrieben (BVB) nicht neu gestaltet werden. Die Medienstelle teilt mit: «Die Diensträume und einzelne Fahrleitungsmasten müssen aber verschoben werden.» Für die Kosten komme der Centerbetreiber Cemagg auf.

Vor allem Fashion

Welche Geschäfte sich in der Dreiländergalerie niederlassen werden, will Thielemeier noch nicht sagen. Auch wer der Ankermieter, also der Hauptmieter, sein wird, bleibt ungenannt. Im Raumordnungsverfahren wurde aber die Aufteilung der Flächen definiert. So bleibt der Anteil von Lebensmitteln mit unter 3000 Quadratmetern überschaubar. Für Bekleidung ist mit 7000 Quadratmetern am meisten Fläche vorgesehen. Sportartikel erhalten 1500 Quadratmeter, Elektrowaren knapp 1300, Haushaltswaren und Geschenke knapp 1000 und Drogerieartikel 800 Quadratmeter. Ausserdem werden 550 Parkplätze gebaut.

Erste Pläne für die Bebauung der sogenannten Hangkante, des Geländes oberhalb des Bahnhofs, gab es schon vor der Jahrtausendwende. 2008 hat dann ein Investor sein riesiges Projekt «Rhein Arcaden» vorgestellt, das bei einer Investition von 300 Millionen Franken auf 27'000 Quadratmeter Verkaufsfläche 2011 eröffnet werden sollte. Das Vorhaben stiess aber insbesondere deshalb auf massiven Widerstand, weil dafür das alteingesessene Kaufhaus Kaufring abgerissen worden wäre. In einem Bürgerentscheid scheiterte das Vorhaben schliesslich an der Urne.

Zweiter Bürgerentscheid

Weil die Stadtverwaltung mit einem neuen Einkaufszentrum die Innenstadt arrondieren und aufwerten wollte, gab es 2013 einen weiteren Wettbewerb. Ihn gewann die Cemagg mit einem abgespeckten Projekt, das den Kaufring stehen lässt. Der 2015 folgende zweite Bürgerentscheid ging positiv aus.

Bis zum Spatenstich vergingen aufgrund verschiedener Genehmigungsverfahren noch einmal drei Jahre. Mit der «Dreiländergalerie» sollen 400 neue Arbeitsplätze entstehen.