In Basel gehört die öffentliche Aufmerksamkeit derzeit Meerestieren und dem geplanten Ozeanium. Unlängst spendete ein Anonymer fünf Millionen Franken für das Prestige-Projekt des Zolli. Auf knapp 60 Millionen Franken beläuft sich mittlerweile das Spendenbarometer für den 100-Millionen-Bau. Weniger spendierfreudig zeigen sich die hiesigen Mäzene und Stiftungen, wenn es um das neue Vogelhaus geht. Dieses soll saniert und mit einem neuen Bau ergänzt werden. Unter anderem soll für die Besucher eine Plattform eingerichtet werden, von welcher aus die Vögel auf Augenhöhe beobachtet werden können. Zudem ist eine Erweiterung der Pelikananlage sowie eine eigene Anlage für die Zwergotter geplant.

Baugesuch bereits eingereicht

Von der «Wellnessoase für die Seele der Besucher», wie der neue Ort am Medienapéro im April angekündigt worden ist, ist der Zolli aber noch weit entfernt. Bisher sind von den 20 Millionen Franken, die es für den Bau braucht, erst 4,4 Millionen Franken zusammengekommen. Dies bestätigt Sprecherin Tanja Dietrich auf Anfrage. In den vergangenen knapp sieben Monaten konnten somit lediglich 300'000 Franken akquiriert werden.

Zolli-Sprecherin Dietrich versichert, man sei über das Spendenaufkommen aber nicht beunruhigt. «Wir stehen mit mehreren potenziellen Geldgebern in Kontakt», betont sie. In direkter Konkurrenz zum Ozeanium stehe das neue Vogelhaus jedenfalls nicht. «Im Fall des Ozeaniums sollen auch Geldgeber ausserhalb der Region Basel, also national angesprochen werden», sagt Dietrich.

Doch von den einst angekündigten «frühestmöglichen» Terminen für die Eröffnung ist der Zolli bereits abgerückt. Noch im April war davon die Rede, dass im ersten Quartal 2019 mit dem Rückbau des Vogelhauses angefangen werden könne, der ideale Zeitplan sah für die Otter- und Pelikananlage den Baubeginn für Ende 2019 bis Anfang 2020 vor, die Eröffnung der Gesamtanlage für das Jahr 2021.

Selbst wenn über 15 Millionen Franken fehlen: Der Zolli hat soeben die Baueingabe für das Projekt eingereicht. Diese sei auch bei Projekten in der Vergangenheit so gehandhabt worden – ehe die Finanzierung stand, so Dietrich. Von der optimistischsten Terminplanung ist man aber definitiv verabschiedet. Baubeginn sei mittlerweile «frühestens» im Herbst 2019.