Was wäre das für ein Knaller! Ein Jugendroman namens «Noah liebt Emma». Ein ähnlicher Titel hat schon vor 40 Jahren funktioniert, als «Ben liebt Anna» auf den Markt kam. Das Jugendbuch wurde zum Bestseller, obwohl im Erscheinungsjahr 1979 weder Ben noch Anna in den Top Ten der beliebtesten Vornamen auftauchten. Damals lagen Stefanie und Christian an der Spitze. Emma galt als Grossmuttername und wurde mit der feministischen Frauenzeitschrift «Emma» in Verbindung gebracht. Und Noah hätte gegen ebenfalls religiöse Klassiker wie etwa Michael kaum Chancen gehabt.

Die Zeiten haben sich geändert. Die seit Jahren beliebten Namen Noah und Emma sind Nummer eins bei den Schweizer Babynamen, wie das Bundesamt für Statistik gestern bekannt gab. Wobei in der Deutschschweiz Mia beliebter ist als Emma. Noah aber bleibt ungeschlagen die Nummer eins.

Beliebter Vorname beim Daig

Ausser in Basel-Stadt. Hier schafft es Noah nicht einmal unter die Top Ten. Der Name taucht erst auf Rang 15 der 2017 geborenen Babys auf. Emma hingegen steht auch in Basel an der Spitze. Hier müsste der Roman also «Lukas liebt Emma» heissen, denn Lukas ist der beliebteste Basler Bubenname. 

Vielleicht liegt es am Basler Daig. In allen wichtigen Daig-Familien gibt es mindestens einen Lukas oder Lucas. Da wären etwa Bürgerrat Lukas Faesch, Chirurg Lukas Iselin oder der im Mai verstorbene Politiker Lukas Burckhardt. Nach der Daig-These müssten Basler Mädchen jedoch ebenfalls traditionelle Namen wie Theodora oder Liselotte bekommen. Aber Fehlanzeige. Auf Emma folgen in Basel teils zwar auch traditionelle Namen, aber – wie in der Gesamtschweiz – sind es meist kurze Formen wie etwa Ava oder Clara. Längste Mädchennamen in den Basler Top Ten sind Emilia und Amélie mit jeweils sechs Buchstaben. Bei den Jungs schafft es der zweitplatzierte Gabriel auf sieben Buchstaben.

«L»-Namen sind kein Hit in Basel

Auch hier unterscheidet sich Basel von der restlichen Schweiz. Der Trend zu kurzen Namen setzt sich dort konsequenter durch. Emilia auf Platz sieben bildet eine Ausnahme: Sonst hat kein Top-Ten-Mädchenname sechs oder mehr Buchstaben. Auch bei den Jungs taucht schweizweit kein Top-Ten-Name mit mehr als sechs Buchstaben auf. Dafür umso mehr Namen mit «L» am Anfang. Bei den Mädchen sind mit Lena, Lina, Lea und Lara vier L-Namen in den Top Ten; bei den Jungs sind es mit Liam, Luca und Leon drei.

Sogar bei den Anfangsbuchstaben schert Basel aus. Lara ist bei den Mädchen der einzige L-Name in den Top Ten, bei den Buben sind es ausser Lukas allerdings auch noch Luis und Leon. Das Buch könnte in Basel also gut auch «Lukas liebt Lara» heissen. Bloss: Was sollen die jugendlichen Verliebten erleben? Sie könnten sich beispielsweise auf eine abenteuerliche Suche nach dem Namen für ihre späteren Kinder machen. Und sich im Falle eines Jungen für den einstigen Daig-Klassiker Wilhelm entscheiden. Damit wären sie sicher ziemlich allein. Noch.