Laue Sommernächte, Rheinschwimmen und viel zu heisse Bürotage. Der Sommer ist mittlerweile so richtig in Basel angekommen. Die Schulferien haben bereits Halbzeit. Noch drei Wochen, dann geht es für die Kleinen wieder los. Nach den heissen Tagen der letzten Woche wird es am Wochenende nun endlich etwas kühler. Ein guter Grund also wieder aktiv zu werden. Da trifft es sich wunderbar, dass das Stimmen Festival in Lörrach gerade auf Hochtouren läuft.

Damit Sie ohne grosse Vorbereitung in ein aktives und vielseitig kulturelles Wochenende starten können, haben wir für Sie ein 48-Stunden-Programm mit acht Programmpunkten zusammengestellt. Los geht es jeweils mit einem leckeren Brunch, einmal ganz urban im Hafen und einmal idyllisch auf dem Land. Abends wird dann in Lörrach den Klängen des Stimmen Festivals gelauscht. Diese grossartigen Acts sollte man sich schliesslich nicht entgehen lassen.

Auf der Bühne im Rosenfelspark, die am Mittwochabend von «Hildegard lernt fliegen» eingeweiht wurde spielt am Samstagabend die Band Songhoy Blues.

Musikalischer Widerstand

Die vier jungen Männer aus Mali machen Musik, die ihren politischen Kampf spürbar in sich trägt. In ihrem ganz eigenen Desert-Blues ist aber keine musikalische Schwere zu finden. Der Sound ist rhythmisch und mitreissend, angereichert mit vollem herzerwärmendem Gesang und kräftigen Gitarrenklängen.

Gefunden haben sich die vier jungen Musiker, kurz nachdem die Dschihadisten 2013 in Mali ihre Gewaltherrschaft errichtet hatten und gemäss ihrer Auslegung der Scharia das Musizieren verboten. Den malischen Musikern drohten sie unter anderem damit, ihnen die Zungen herauszuschneiden.

Damals kannten sich die späteren Bandmitglieder noch nicht. Aber für alle vier war klar, dass sie ohne Musik nicht leben können. Also verliessen sie unabhängig voneinander ihre Heimat im Norden und Süden Malis und reisten in die Hauptstadt Bamako.

Dort lernten sie sich kennen und beschlossen, gemeinsam Musik zu machen, die über kulturelle und religiöse Grenzen hinweg vereint. In ihrem Debütalbum «Music in Exile» verarbeiteten die Songhoy Blues ihre persönlichen Erfahrungen unter dem islamistischen Regime. Das zweite Album «Résistance» hingegen handelt weniger von den politischen Unruhen, sondern lobpreist die Schönheit der Sahara und das pulsierende Nachtleben der Hauptstadt.

«Bester Songwriter unserer Zeit»

Am Sonntagabend spielt schliesslich Rufus Wainwright im Rosenfelspark. Den kanadisch-amerikanischen Singer-Songwriter bezeichnete Elton John als den «besten Songwriter unserer Zeit». Seit zwanzig Jahren tourt Wainwright nun bereits sehr erfolgreich durch die Welt. Seither hat er neun Alben veröffentlicht und zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Ausserdem komponierte Wainwright auch Opern.

Seine zweite Oper mit dem Titel «Hadrian» wird noch im Herbst dieses Jahres uraufgeführt. In Lörrach kann man ihn am Sonntag nun aber ganz persönlich in intensiver Singer-Songwriter-Intimität erleben. In Wainwrights Songs spiegelt sich stets seine grosse Begeisterung für die Oper und seine ganz persönliche Geschichte des Lebens.

Auf seiner diesjährigen Tournee zum 20-Jahr-Jubiläum seines Debütalbums spielt er einige seiner alten Hits, aber auch viel Neues aus dem Album, welches nächstes Jahr erscheinen soll.