Das Bundesamt für Kultur (BAK) hatte die Basler Fasnacht bereits 2016 als Kandidatur bei der Unesco eingereicht. Das zuständige Unesco-Komitee hat am Donnerstag in Südkorea entschieden, die Basler Fasnacht einzutragen, wie das BAK mitteilte.

Die Basler Fasnacht sei "eine äusserst vielfältige und lebendige Tradition", welche Musik, mündliche Ausdrucksformen und Handwerk vereine. Mit jährlich fast 20'000 aktiv Teilnehmenden und über 200'000 Besuchenden sei sie ein bedeutendes kulturelles Ereignis für die Basler Bevölkerung mit Präsenz im politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben und präge den Geist der Stadt mit.

Exemplarische Bewerbung

Die Unesco habe die vom BAK mit dem Basler Fasnachts-Comité erarbeitete Kandidatur "als exemplarisch gewürdigt". Sie hebt die Verwendung des Dialekts zur Vermittlung des immateriellen Kulturerbes besonders hervor.

Dieses Video überzeugte die Unesco-Delegierten

Zum Bewerbungsdossier, das sich die Unesco-Delegierten ansehen wollten, gehört auch ein Video. Dieses haben die Initianten der Basler Bewerbung erstellen lassen und sie wurden dabei von verschiedenen Stellen beraten. Denn es galt viele Vorgaben zu berücksichtigen, um in zehn Minuten Leuten aus den verschiedensten Kulturkreisen die Fasnacht nicht nur zu erklären, sondern sie auch für die Basler Tradition zu begeistern.

Die baselstädtische Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann freut sich über die Anerkennung: "Das ist eine grosse Ehre und eine Auszeichnung für Basel. Die Unesco würdigt mit diesem Entscheid die reiche Tradition und Einzigartigkeit der Basler Fasnacht", lässt sie sich zitieren.

Basel Tourismus jubelt: "Neben der lokalen und nationalen Bedeutung ist diese Würdigung nicht zuletzt auch aus internationaler, touristischer Sicht sehr entscheidend", wird dessen Direktor Daniel Egloff zitiert. Die Fasnacht sei für die Stadt "Herzstück ihrer kulturellen Schaffenskraft" und ermögliche "drei Tage Ausnahmezustand".

Die vorgeschlagenen Bewahrungsmassnahmen befürworte die Unesco ebenfalls, hiess es weiter. Diese betreffen namentlich die Förderung der Teilhabe Jüngerer durch Nachwuchsförderung, etwa beim Trommeln und Pfeifen, oder durch pädagogisches Material für die Schulen.

Acht Schweizer Themen

Die Bewerbung hält übrigens als neue Bewahrungsmassnahme unter anderem die Absicht des Fasnachts-Comités fest, ab 2020 im Fünfjahresrhythmus eine Schulparade zu organisieren. Diese soll jeweils vor der Fasnacht rund 7000 junge Aktive ins Stadtzentrum bringen. Dabei soll auch die Herstellung von Fasnachtslarven thematisiert werden.

Dummpeter oder Altfrangg? Das Quiz zur Basler Fasnacht

E Hampfle Frooge rund um die Drey scheenste Dääg

Was haben wir denn da?

Zwei Ueli

Zwei Dummpeter

Zwei Eulenspiegel

Zwei Hofnaare

Traditionellerweise trägt ein Waggis:

Blaue Hose, weisses Hemd, rotes Foulard

Rotes Hemd, weisse Hose, blaues Foulard

Blaues Hemd, weisse Hose, rotes Foulard

Die Guggemusig Pumperniggel teilt sich ihren Namen an der Fasnacht mit...

...niemandem

... einem Mitglied des Fasnachtscomités

...einem Trommelmarsch

... einer speziellen Süssspeise

Was haben wir denn hier?

Einen Fiaker

Eine Kutsche

Einen Landauer

Eine Chaise

Der Schnitzelbangg "D Syydiaane" sind ihrem Namen nach was?

Süsse Typen

Schlitzohren

Seidenhändler

Südländer

Das ist die Fasnachtsgesellschaft Olympia. Einfach zu erkennen an:

knackigen Waden

schrägen Tönen

goldenen Trommeln

traditionell rosa Kostümen

Welche Farbe Räppli gibt es nicht?

Rot

Blau

Grün

Kunterbunt

Was war das Motto der Basler Fasnacht 2014?

Drei Daag uf dr Schissle

Waggis gheere in Kiibel

Gäll, blyb suuber

Uuse us em Fass

Hunger! Was gibt es vor dem Hotel Basel bei Seppe-Toni zu essen?

Lääberli

Kääs-Schnitte

Dürüm

Cordon Bleu

Welche Clique ist an dieser Fasnacht keine Stammgesellschaft mehr?

Die Lälli

Die Versoffene Decht

Die Alten Stainlemer

Die VKB

Die maximale Höhe einer Fasnachtslaterne beträgt...

... es gibt keine Grenze nach oben, nur nach unten!

... vier Meter müssen reichen.

... sechs Meter, mehr ist blagiert und darum verpönt.

... acht Meter ist der Rekord für Basel, den brechen wir!

Und zum Schluss: Wer veranstaltet hier seinen legendären Ändstraich vor der Saffere?

Die Lälli

Die BMG

Die Alten Glaibasler

Die Basler Bebbi

Tja, Funkenmariechen, das war wohl nix.

Unser Rat: Pro Jahr mindestens 14 Vorfasnachtsveranstaltungen besuchen und 72 Stunden an die Fasnacht gehen. Dann sollte sich das Resultat im Lauf der nächsten 10-12 Jahre bessern.

Nit ganz versait, aber immer no e weeneli e Diibidääbi

Unser Rat: In die Stadt ziehen, an die Fasnacht gehen, die Ohren aufsperren!

S Maggsimum!

Da gibt es nichts zu deuteln, sie wurden an einem Morgenstreich geboren und mit Mehlsuppe gross gezogen.

Testen Sie ihr Wissen über die Basler Fasnacht in unserem Quiz.

2014 hatte der Bundesrat eine Vorschlagsliste von acht Schweizer Traditionen genehmigt zur laufenden Einreichung bei der Unesco. Darunter waren neben dem "Fête des Vignerons" in Vevey und der Basler Fasnacht auch das Uhrmacherhandwerk, Schweizer Grafikdesign und Typografie, die Schweizer Alpsaison, der Jodel, die historischen Prozessionen in Mendrisio und der Umgang mit der Lawinengefahr.

Das Unesco-Übereinkommen zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes soll laut BAK Kulturerbe schützen, das weniger mit Bauten oder Räumen zusammenhängt, sondern primär mit gemeinschaftlichen Praktiken und gesellschaftlichen Interaktionen. Das Erbe widerspiegle die kulturelle Vielfalt und zeuge von der menschlichen Kreativität.

Die Basler Fasnacht befindet sich damit bei der Unesco ab sofort in illustrer Gesellschaft: Gegen 400 Kulturformen stehen auf besagter Liste des immateriellen Kulturerbes. Die Sitzung des zuständigen Unesco-Ausschusses auf der südkoreanischen Ferieninsel Jeju dauert bis zum 9. Dezember.

Das immatrielle Kulturerbe ist vom UNESCO-Welt- und Naturerbe zu unterscheiden. Zwölf Orte beziehungsweise Stätten der Schweiz sind im UNESCO-Welterbe eingetragen, zuletzt wurde das architektonische Werk von Le Corbusier auf die Liste aufgenommen.