Riehen hat es in den vergangenen vier Jahren geschafft, sich auf einem hohen Niveau nochmals zu verbessern. Die Gesamtzufriedenheit steigt seit 2009 kontinuierlich an. Entgegen dem nationalen Trend fühlen sich immer mehr Riehener mit ihrer Wohngemeinde verbunden.

Mit 81 Prozent der insgesamt 1162 Befragten – der Rücklauf lag bei 38,7 Prozent – liegt die Verbundenheit über jener des Basler Bachlettenquartiers (80 Prozent), des Bruderholzquartiers (74 Prozent) und klar über jener der ganzen Stadt Basel (68 Prozent). 96 Prozent leben gerne oder sehr gerne in Riehen. Die allgemeine Lebensqualität ist in der Landgemeinde nochmals um knapp zehn Prozentpunkte gestiegen.

An der Präsentation der Ergebnisse der von Statistischen Amt Basel-Stadt von Mai bis August durchgeführten Bevölkerungsbefragung zeigte sich Gemeindepräsident Hansjörg Wilde (parteilos) besonders ob der heutigen Zufriedenheit der Familien erfreut. Diese fühlen sich in Riehen wohler als zuletzt und gaben eine gestiegene Identifikation mit ihrer Wohngemeinde an.

Durchmischung tut gut

Gerade weil der Altersdurchschnitt in Riehen vergleichsweise hoch ist, fiel es in der Vergangenheit der Gemeinde schwer, auf junge Familien attraktiv zu wirken. «Wir haben es geschafft, die Zufriedenheit bei den jungen Familien zu erhöhen, ohne die Zufriedenheit der älteren Bevölkerung zu vernachlässigen», erklärte Gemeindepräsident Wilde. Riehen sei ein Dorf für alle Generationen. «Wir wollen einen guten Mix aus Jungen, Familien und älteren Menschen. Diese Durchmischung tut der Gemeinde gut», so Wilde.

Bemängelt werden weiterhin die fehlenden Angebote für Jugendliche. Hansjörg Wilde hofft, mit der Öffnung der Schulareale tagsüber den Jugendlichen entgegen zu kommen. Die Arealentwicklung mit zahlreichen Spiel- und Verweilmöglichkeiten beim Schulhaus Hinter Gärten kommt nun nach Verzögerungen wegen Einsprachen aus der Nachbarschaft endlich voran. Das Beispiel unterstreicht aber die Probleme, die Jugendlichen in Riehen haben: Sie sollen Angebote erhalten, aber ja nicht Lärm verursachen.

Baustelle sorgt für Unsicherheit

Die Politik und die operative Verwaltung mit der neuen Führung erhalten ebenfalls verbesserte Noten. Grosse Unzufriedenheit herrscht beim Restaurant-Angebot und den Ausgehmöglichkeiten. Über 60 Prozent sind damit nicht zufrieden. Danach kommen die Verkehrssicherheit im Dorfzentrum mit 41 Prozent sowie das Parkplatzangebot mit knapp 38 Prozent Unzufriedenheit. Je nach Betroffenheit sei die Unzufriedenheit anders zu interpretieren, betonte Kommunikationschefin Katrin Kézdi an der gestrigen Präsentation. «Für jene, die im Dorf wohnen, hat es wohl zu viel Verkehr. Jene, die von ausserhalb mit dem Auto ins Dorf kommen, sehen den Verkehr zu stark eingeschränkt.» Der Gemeinderat werde auch im Rahmen der Planungen bei der Rössligasse die Situation analysieren. Bemängelt wird in der Umfrage die aktuelle Verkehrssicherheit. Dies hänge auch mit der aktuellen Baustellensituation zusammen, glaubt Gemeindepräsident Hansjörg Wilde. «Wir nehmen das ernst und haben auch schon zu Beginn der grossen Baustelle an der Aeusseren Baselstrasse auf Rückmeldungen aus der Bevölkerung reagiert.»