Kaum zu glauben, dass es einem kleinen Basler Software-Unternehmen gelingen soll, im Konzert der Logistik-Giganten mitzumischen. Zu gross scheint der Unterschied zwischen Weltkonzernen mit ihren Heerscharen gutausgebildeter Softwareentwickler und den beiden Baslern mit ihrem improvisierten Büro am Picassoplatz. «Eine Entwicklungsabteilung, egal wie gross, ist in diesem Bereich chancenlos, wenn sie alles alleine machen will.

Ohne Zusammenarbeit ist sicheres, autonomes Fahren praktisch unmöglich», sagt Andi Zaugg. Der Basler Softwareentwickler hat Anfang 2017 gemeinsam mit David Beisert die Firma Deep Technology gegründet, ein erster Prototyp ist für Testfahrten bereits auf den Basler Trottoirs unterwegs. Und ein grosser Life-Science-Konzern hat bereits Interesse an einem Testbetrieb auf dessen Firmengelände gezeigt.

Der Paketroboter in Aktion.

Dass ein erster Einsatz auf einem Firmengelände geschehen soll, hat auch mit der komplizierten rechtlichen Lage zu tun: Autonome Päckli-Roboter, die einst den Pöstler ersetzen sollen, werden bereits seit 2014 entwickelt – doch ein echter Einsatz, also ohne Begleitpersonen, die das Gefährt verfolgen und im Notfall eingreifen, hat bisher noch nicht stattgefunden.

Doch wie kann es möglich sein, dass den beiden Baslern gelingen soll, was selbst den Skype-Gründern mit ihrem Startup Starship trotz dreijährigem Entwicklungsvorsprung Investitionen im zweistelligen Millionenbereich noch nicht gelungen ist? «So absurd wie es klingen mag, aber die Sensor-Technologie von Starship ist nach drei Jahren bereits veraltet», sagt Zaugg. Im Basler Prototyp stecke die neueste Lasertechnologie, wie sie beispielsweise auch Tesla für seine Teilautonomen Autos verwendet.

«Tesla setzt voll auf Open Source und veröffentlicht den Grossteil der Software, um eine möglichst rasche Weiterentwicklung zu ermöglichen. Als ich diese intelligenten Programme erstmals ausprobiert habe, hat es Klick gemacht und ich wollte nur noch eines: Eine eigene Firma starten», sagt Zaugg. Nun sind die beiden Basler auf der Suche nach Investoren.

«Wir brauchen 1,4 Millionen Franken, um 2018 in die Pilotphase zu gehen, und nochmals so viel, um Anfang 2019 ein marktreifes Produkt zu präsentieren», sagt Beisert, der den Prototyp in den letzten Wochen Dutzenden Interessenten vorgeführt hat. Und von sich sagt, dass er diese Gespräche nun «eigentlich satt habe» und lieber wieder seine ganze Energie in die Weiterentwicklung des automatischen Pöstlers stecken würde.