Familien halten zusammen. In guten, aber auch in schlechten Zeiten. Die BSK Baumann + Schaufelberger AG sieht sich als grosse Familie. 129 Mitarbeiter beschäftigt das Elektro-Unternehmen mit Sitz in Basel und Kaiseraugst. «In einer Familie geht man sozial miteinander um», sagt Urs Fitz, Geschäftsleiter Basel. «Wir wollen das auch tun.» Die BSK hilft Verunfallten beim Wiedereintritt in die Arbeitswelt und gibt auch Menschen mit einer Behinderung eine Chance. Ihr soziales Engagement wurde gestern Abend gewürdigt. Der Kanton Basel-Stadt verlieh dem Betrieb den Basler Sozialpreis 2015.

14 Basler Firmen haben sich für den mit 10 000 Franken dotierten Preis beworben. Vor allem ein Punkt gab letztendlich den Ausschlag für die BSK: «Das Elektro-Unternehmen ist in einer Branche tätig, in welcher dieses grosse Engagement für leistungseingeschränkte Mitarbeiter auf den ersten Blick nicht erwartet wird», sagt Brigitte Meyer, Präsidentin der Jury. Dass dies nicht so bleibt, dafür setzt sich die BSK ein. Sie hätten sich nicht für den Preis beworben, um Beifall und Schulterklopfer zu fischen, sagt Hans-Peter Guarda, Geschäftsleiter Kaiseraugst. «Wir möchten, dass sich auch andere Firmen vermehrt sozial engagieren.»

Werbung für Label iPunkt

Den kurzen Moment des Scheinwerferlichts möchte das Unternehmen nutzen, um die Werbetrommel für das Label «iPunkt» zu rühren. Das 2013 gegründete Label zeichnet Betriebe aus, die Menschen mit einer Behinderung einstellen. Die BSK bekam als erstes Unternehmen dieses Prädikat verliehen. Mittlerweile gibt es 13 Labelträger. Wenn es nach Hans-Peter Guarda geht, sollen es noch viel mehr werden. «Am schönsten wäre es, wenn sich das Label über die ganze Schweiz ausbreiten würde.»

Auch Firmen, denen aus betrieblichen Gründen das Engagement nicht möglich ist, nimmt Guarda in die Pflicht. Diese sollen zumindest iPunkt-Firmen bei der Auftragsvergabe besonders berücksichtigen. Wenn er selber die Wahl zwischen zwei Firmen hätte, nehme er diese mit dem Label, sagt Guarda. Er ergänzt: «Der Preis muss aber trotzdem stimmen.»

Die BSK zeigt zwar soziales Engagement, trotzdem bleibt es ein Unternehmen, das sich in der Geschäftswelt behaupten muss. «Wir sind sozial», sagt Guarda, «aber nicht um jeden Preis.» Dies zeigt sich auch beim IV-Trainingsplatz, den die BSK anbietet. Der Trainingsplatz bietet Verunfallten drei bis sechs Monate Zeit, wieder Fuss in der Berufswelt zu fassen. Eine Bedingung ist jedoch daran geknüpft. «Wir unterstützen Leute, die eingeschränkt sind, aber wir unterstützen keine faulen Leute», sagt Guarda. Wenn der Einsatz nicht stimmt, wird die Zusammenarbeit frühzeitig beendet.

Bisher sammelte das Unternehmen vor allem positive Erfahrungen. «Wir spüren vielfach eine grosse Dankbarkeit», sagt Urs Fitz. Seit zwei Jahren bietet die BSK den IV-Trainingsplatz an. Einer der ersten bekam im Anschluss eine Festanstellung. «Er arbeitet noch heute bei uns.» Er ist nun Teil der grossen BSK-Familie. Zu dieser gehören auch 29 Lehrlinge. Wenn möglich beschäftige man sie nach der Ausbildung weiter, sagt Fitz. Den hohen Anteil an Lehrlingen begründet er wie folgt: «Unser Beruf braucht Nachwuchs. Wie eine Familie produzieren wir den am liebsten selber. Dann können wir beeinflussen, wie er herauskommt.»

Das Preisgeld will die BSK wieder für soziale Zwecke verwenden. Wie genau, müsse man noch besprechen, sagt Fitz. Klar ist jedoch bereits eines: Die Hälfte der 10 000 Franken werden in das Projekt iPunkt fliessen. Das Preisgeld sei jedoch zweitrangig. Viel wichtiger ist ihnen ihr Anliegen: mehr Familiensinn in der rauen Geschäftswelt.