Robert A. Jeker war einer der ganz grossen Fische im Schweizer Wirtschafts-Teich. Als Profi-Verwaltungsrat war er, auf dem Höhepunkt seiner Karriere um die Jahrtausendwende, Verwaltungsratspräsident von Feldschlösschen, Batigroup, Swiss Steel, Georg Fischer und der Messe Schweiz; dazu kamen Verwaltungsratsmandate bei ABB, Synthes-Stratec, der NZZ und einigen anderen Firmen mehr.

Die Bedeutung Jekers für den Messeplatz Basel kann kaum überschätzt werden. In seine Zeit als Verwaltungsratspräsident, die von 1995 bis 2006 dauerte, fielen richtungsweisende Entscheide, wie der Kauf der Messe Zürich und damit die Gründung der Messe Schweiz AG (MCH) 2001. Jeker war seit seinem Ausscheiden Ehrenpräsident der MCH.

Ein Mann beider Basel

Robert A. Jeker war ein Mann der in der ganzen Region zu Hause war: Wohnhaft in Bottmingen und FDP-Landrat in Liestal, aber beruflich in der Stadt fest verankert. Dort machte er seine Lehre in der SKA Bankfiliale am Spalenberg. Innerhalb der Schweizerischen Kreditanstalt arbeitete er sich langsam und stetig die Karriereleiter hoch, bis er 1983 Präsident der Unternehmensleitung wurde.

In den beiden Basel gab es lange Zeit kaum einen Mann, der nicht einmal mit oder unter Robert A. Jeker Militärdienst geleistet hatte. Das Infanterieregiment 22, das Basler Regiment, war Jekers Kommando. Er legte zeitlebens Wert auf Disziplin und pflegte die Bekanntschaften aus seiner Militärzeit. Böse Zungen behaupteten gar, wer in einem Unternehmen unter Jeker Karriere machen wolle, sollte seinen Militärdienst auch unter ihm ableisten.

Ganz nach oben

Dass Jeker dies- und jenseits der Hülftenschanz verankert und bestens vernetzt war, machte ihn auch zum idealen Kandidaten als erster Präsident der fusionierten Handelskammer beider Basel. Jeker war längst nicht bei allen beliebt. Darauf legte der Mann, der oft streng wirkte, aber nie um ein humorvolles Bonmot verlegen war, auch wenig Wert.

Robert A. Jeker war ein Mann, der seit seiner frühen Jugend ganz nach oben wollte und dieses Ziel mit beharrlicher Arbeit und guten Instinkten auch erreichte. Bis weit über seine Pensionierung hinaus war er auch deshalb ein gefragter Referent zu Wirtschafts- und Führungsthemen.

Nun ist er am 4. Juli nach kurzer, schwerer Krankheit sechs Wochen vor seinem 77. Geburtstag verstorben.