Geoffroy Serey Die sitzt abseits. Alleine. Die jungen Kollegen wie Afimico Pululu oder Tician Tushi sind nicht in Sichtweite. Auch Sportchef Marco Streller nicht. Serey Die schaut auf den Boden. Er wirkt traurig. Eigentlich hätte er nicht bereits aus Marbella abreisen sollen, das Trainingslager frühzeitig verlassen sollen. Vielmehr wollte er bis zum Freitag bleiben, dann mit seinen Teamkollegen nach Berlin reisen zum Testspiel gegen Ex-Trainer Urs Fischer und erst am Samstagabend wieder in Basel sein.

Stattdessen aber fliegt er schon am Mittwoch heim. In Marbella wurde Serey Die mitgeteilt, dass er nicht mehr auf seine gewünschte Einsatzzeit kommen wird in der Rückrunde. Bereits im Testspiel gegen Krasnodar am Dienstag stand Serey Die gar nicht erst im Aufgebot. Der Verein prüft aktuell ein Angebot für den Mittelfeldspieler. Sollte dieses für alle Parteien passen, wird Serey Die den Verein verlassen. Zum zweiten Mal.

2015 musste der Ivorer gehen, weil er sich mit Paulo Sousa überworfen hatte. Aber Serey Die hat den FCB in seiner Zeit in Stuttgart – wohin er gewechselt hatte – immer im Herzen behalten. Bei den Basler Fans verlor er seinen Kultstatus und seine Rolle als Publikumsliebling ebenfalls nie. So holte die Vereinsführung ihn 2016 zurück.

Erst Mitte September des vergangenen Jahres wurde sein bis zu diesem Zeitpunkt bis Juni 2019 laufender Vertrag ausserdem für ein Jahr verlängert. So gehört Serey Die noch bis Sommer 2020 dem FC Basel. Verdient hat er sich die Vertragsverlängerung mit guten Leistungen und weil er bei Koller Eindruck machte. Der Trainer setzte auf den Routinier, gab ihm eine wichtige Rolle und lobte ihn und seinen Einsatzwillen immer wieder. Jetzt aber scheint der Trainer keine Verwendung mehr zu haben.

Der immense Konkurrenzkampf

Der Konkurrenzkampf ist im ganzen Team enorm gross. Das Kader umfasst 28 Spieler – eine riesige Zahl für eine Mannschaft, die nur eine Doppelbelastung hat. Jede Position ist mindestens zweifach, oft gar dreifach besetzt.

Serey Dies Position gehört zu den umkämpftesten: Im zentralen Mittelfeld hat Koller neben Serey Die noch den gesetzten Fabian Frei sowie Taulant Xhaka. Letzterer hat eine ähnliche Spielveranlagung wie Serey Die, nur ist er noch jünger und als Basler ein Musterbeispiel für das Konzept des Vereins.

Seit neustem hat Koller auch noch eine weitere Option, die lange niemand auf der Rechnung hatte: Zdravko Kuzmanovic. Im Trainingslager bewies dieser eindrücklich, wie er der Mannschaft helfen könnte und dass er in der Rückrunde eine wichtige Rolle einnehmen könnte. Ausserdem wirkt Kuzmanovic auch fit wie seit langer Zeit nicht mehr. Etwas, was den neuen Athletiktrainer und einem sehr guten Trainingslager zu verdanken ist.

Die Stimmung war selten so gelöst und gut in den letzten Jahren, die Transferfront so ruhig. Hinzu kommen die guten Resultate – drei Siege aus drei Testspielen – und der damit verbundene, wieder aufkommende Gewinnergeist. In den Vorbereitungen unter Raphael Wicky war dieser überwiegend negativ ausgefallen. Etwas, was bei der Trennung vom Ex-Trainer viel Gewicht hatte. Es sind aber nicht nur die Resultate, die in dieser Vorbereitung stimmen. Sondern auch das Gezeigte. Die Mannschaft hat wieder eine Spielidee und zeigte vor allem gegen Krasnodar wunderschöne Spielzüge und Kombinationen.

An diesen wird nach dem gestrigen freien Tag noch heute und morgen gearbeitet. Dann geht es nach Berlin, wo der FCB seine Testspiel-Siegesserie ausbauen und mit dem bestmöglichen Gefühl im Gepäck nach knapp zwei Wochen im Ausland nach Basel zurückreisen will. Und weiterhin ohne Verletzte. Ein Punkt, den man bei der positiven Bilanz dieser Vorbereitung ebenfalls herausstreichen muss. Denn ab Dienstag wird wieder trainiert und sich auf den Rückrundenstart gegen GC vorbereitet. Mit grosser Sicherheit ohne Serey Die.